Linn Koch-Emmery: Being The Girl – Albumreview

Linn Koch-Emmery: Being The Girl – Albumreview

Süchtigmachender Indie-Rock der Schwedin Linn Koch-Emmery

Vor drei Jahren hatten wir Linn Koch-Emmery bereits im Zuge ihrer damals veröffentlichten EP „Waves“ mit „Don’t Sleep On My Luv“ als Song des Tages im Programm. Man ahnte schon damals, dass die schwedische Musikerin mit ihrem forschen, doch stets melodiebetonten Indie-Rock das Potential zu einem next big thing hat. Erfreulicherweise erfüllt Koch-Emmery die in sie gesteckten Erwartungen schon mit dem Debütalbum. Im schwedischen Heimatland fand sich die Musikerin vor zwei Jahren auf wichtigen Listen der „artist to watch in 2019“ und der Sender P3 kürte sie gar zur „Künstlerin der Zukunft“. Mit „Being The Girl“ ist die Zukunft in der Gegenwart angekommen.

Überwältigend-euphorischer Indie-Rock

Linn Koch-Emmery Being The Girl Cover

Dem von ihren EPs bekannten Sound verleiht die Musikerin nun noch mehr Glanz, der zum ersten Mal Ende letzten Jahren strahlte, als mit dem von uns als Song des Tages vorgestellten „Hologram Love“ der erste Albumvorbote erschien. Ja, die Kollegen von Wolf Alice und Dream Wife müssen sich warm anziehen bei diesem überwältigenden und völlig euphorisierenden Refrain. Wer sich vom Albumopener nicht mitreißen lässt, verpasst eine Sternstunde des Indie-Rock. Zügellos Koch-Emmerys Energie dann im anschließenden „No Place For You“, das hedonistisch zwischen Bloc Party, Blondie und Franz Ferdinand vorwärtsgaloppiert. Ich sehe viele verschwitzte Körper in zahlreichen Indie-Clubs. Irgendwann demnächst.

Linn Koch-Emmery hinterlässt ein Schwindelgefühl aufgrund von Glückseligkeit

Es befinden sich lediglich neun Songs (plus zwei 20-sekündige Zwischenspiele), die haben es aber wahrlich in sich. Das Wahnsinnstempo drosselt die Schwedin im weiteren Verlauf des Albums für mehr Melodieseligkeit und punktet mit dem fast verträumt-harmonisch-lieblichen „Linn RIP“, in dem sie den Zustand einer selbstmüden Erschöpfung thematisiert. Und es geht immer so weiter mit den himmlisch-hymnischen Indie-Rock-Melodien. Schwärmerisch in „Dirty Words“, dezent-schwebend bei „Wake Up“ und überbordend in „Blow My Mind“. Es sind neun konzise Zweieinhalb- bis Dreiminutensongs auf „Being The Girl“, die ein Schwindelgefühl aufgrund von Glückseligkeit hinterlassen. Süchtigmachend.

„Being The Girl“ von Linn Koch-Emmery erscheint am 07.05.2021 bei Boys Tears AB. (Beitragsbild: Pressefoto) 

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