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16. September 2025
Wednesday: Bleeds – Albumreview
16. September 2025Die Songwriterin Lera Lynn spricht mit Sounds & Books über ihr neues, am 19.09.2025 erscheinendes Album „Comic Book Cowboy“
Interview von Ullrich Maurer
Nachdem die aus Texas stammende, in Georgia aufgewachsene und nun in Nashville, Tennessee, lebende Songwriterin Lera Lynn seit ihrem Debüt „Have You Met Lera Lynn?“ immer ungefähr alle zwei Jahre einen neuen Longplayer vorlegte, dauerte es dieses Mal etwas länger. Das hatte Gründe: Zum einen war Lera Lynn während der Produktion ihres letzten Albums „On My Own“ überraschend Mutter geworden. Zum anderen aber war sie an einem Punkt angelangt, an dem sie sich als Künstlerin – aufgrund fest eingeplanten, aber nicht eingetroffenen kommerziellen Erfolges – ihrer Bestrebungen neu evaluieren musste.
Kurzzeitig flirtete sie gar mit dem Gedanken, die Musik an den Nagel zu hängen und etwas anderes zu machen. Als von einem inneren Drang getriebene Künstlerin, für die die Musik nun mal eine existenzielle Notwendigkeit ist, war das allerdings nicht möglich. Lynn – und ihr Partner Todd Lombardo – machten also das Nächstbeste: Sie ließen alle Erwartungshaltungen, Formate, Genres, Stile und Regeln hinter sich und machten auf ihrem neuen Album einfach das, was sie machen wollten – ohne Druck und ohne Kompromisse. Während sie noch die anstehende, ironisch betitelte „Ruin Me Tour“ vorbereitet, stand sie uns via Zoom für ein Interview aus Nashville zur Verfügung.
Hallo Lera, erzähle uns doch bitte mal, was dazu geführt hat, dass Du Dich auf Deinem neuen Album „Comic Book Cowboy“ komplett von Deiner Vergangenheit als klassische Americana-Songwriterin gelöst hast und nun einen ganz eigenen musikalischen Stil implementiert hast – der nun wirklich seines Gleichen sucht.
Lera Lynn: Na ja, nachdem ich beschlossen hatte, dass ich zuvor eigentlich schon gescheitert war, gab es für mich nur eine
Priorität für ein neues Album – und das war, Spaß zu haben und die Musik zu machen, die ich selbst gerne hören würde. Ich ließ den ganzen Druck also hinter mir und beschloss, nur das zu machen, was ich wollte.
Aus dem Dunkeln ins Licht
In dem Titelsong „Comic Book Cowboy“ findet sich die Zeile „Well I found the gate to heaven in the depths of hell“. Das klingt dann so ein bisschen wie die poetisch verklausulierte Beschreibung dessen, was Dir widerfahren ist.
Lera Lynn: Ja, das ist die These für die ganze Scheibe. Es ging aus dem Abgrund zurück ans Licht.
Was hat es eigentlich mit dem Titelcharakter des neuen Albums – dem Comic Book Cowboy – auf sich?
Lera Lynn: Ich glaube, dass das ganz gut repräsentiert wer ich war, als ich anfing an dem neuen Album zu arbeiten. Es geht um den seltsamen emotionalen Prozess, den ich durchlief.




