Lena live in Hamburg 2024 – Konzertreview

Lena live Hamburg Stadtpark by Gérard Otremba Sounds & Books

Musik für die ganze Familie. ESC-Gewinnerin Lena stellt ihr neues Album „Loyal To Myself“ im Hamburger Stadtpark vor

Text und Fotos von Gérard Otremba

„And twelve points go to lovely Lena“, hieß es immer wieder beim ESC-Finale 2010 in Oslo, am Ende ganze neun Mal. Die damals 19-jährige Lena Meyer-Landruth entzückte mit „Satellite“ ganz Europa und ESC-Deutschland mit ihrer Unbekümmertheit und einem für ESC-Verhältnisse auch noch guten Song. Nach Nicole 1982 („Ein bißschen Frieden“) der erste zweite und bis dato auch letzte ESC-Sieg für Deutschland. Ein Ereignis, das ihr Leben ganz schön auf den Kopf stellte, wie Lena beim Konzert am 03.06.2024 im Hamburger Stadtpark zugab. Im Song „See You Later“ – einer gefühlvollen Ballade aus dem erst am Freitag veröffentlichten, sechsten Album „Loyal To Myself“ – erinnert sie Lena an den Erfolg, der sie nun immer begleitet („You change my life / you make me braver“).

Die sportliche Lena

„See You Later“ trägt die 1991 in

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Hannover geborene Sängerin mit ihren beiden Backing-Vokalistinnen sowie ihrer Gitarristin sitzend mitten auf der Bühne der mit knapp 4000 Besuchern sehr gut gefüllten Stadtpark-Open-Air-Arena. Einer der wenigen ruhigen Momente ihres dritten Auftritts nach Leipzig und Berlin in Folge auf der Tour zum neuen Album, das wie schon die Vorgänger erneut das Potential besitzt, sich ganz weit vorne in den deutschen Charts zu platzieren und das Lena fast komplett spielt. Ein Erfolg, der bei ihr zu Depressionen führte, die sie auf dem Album verarbeitet,  Selbstwertgefühl und Selbstliebe sind die treibenden Themen.

Symbolhaft für ihren Seelenzustand der letzten Jahre wohl der zerbeulte Oldtimer zu Beginn und zum Schluss des 90 minütigen Auftritts. In dem sich Lena als charmante, charismatische und sportliche Performerin zeigt. Mal klettert sie die Gerüste links und rechts der Bühne hoch, wo jeweils im ersten Stock Drummer, bzw. Keyboarder aktiv am Geschehen teilnehmen, mal absolviert sie mit den drei erwähnten Damen einen Song auf dem Laufband.

Seifenblasen und Pyrotechnik

Ihr Pop-R&B groovt (und zuweilen rockt er sogar) und Lena findet offensichtlich Gefallen an den Konzerten, nachdem sie fünf Jahre lang nicht live aufgetreten ist („Das macht so viel Spaß!“). Spaß macht der Auftritt auch den Fans, die häufig als Familie den Weg zum Lena-Gig gefunden haben, jedenfalls wuseln ganz schön viele Kleinkinder im Publikum herum. Und Lena gibt sich volksnah. Ein paar junge weibliche Edelfans dürfen zu „Satellite“ auf die Bühne, um ihre Refrain-Kenntnisse unter Beweis stellen zu können, und im Zugabenblock, den sie seitlich in der letzten Reihe im Publikum beginnt, posiert sie – „Loyal To Myself“ singend – auf dem Weg zurück zur Bühne für zahlreiche Selfies. Kurz vor Feierabend dann noch Seifenblasen und ein wenig Pyrotechnik. Und vorher Mainstreampop der besseren Sorte, den Lena live mit viel Herzblut auf die Bühne bringt. Und Lena ist immer noch lovely.         

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