Laura Gibson: Goners – Albumreview

Laura Gibson: Goners – Albumreview

Das bisher ergreifendste Laura Gibson-Album

Das Thema Trauer beschäftigt Laura Gibson bereits seit ihrem Debütalbum If You Come To Greet Me im Jahre 2006. Den vorläufigen Höhepunkt erfährt ihr zentrales Motiv auf dem fünften Studio-Album Goners. Ein Begriff, der zwei Arten von Menschen bezeichnet, diejenigen, die sich in denen verlieren, die sie lieben und diejenigen, die unmittelbar vor ihrem Tod stehen. Gibsons persönlicher Hintergrund ist der Tod ihres Vaters, den sie als Jugendliche verlor. An der Entstehung von Goners halfen Laura Gibson diverse befreundete Musiker, darunter an Gitarre und Synthesizer Dave Depper (Death Cub For Cutie), Dan Hunt (Neko Case) an Schlagzeug und Perkussion sowie Nate Query (The Decemberists) am Bass.

Laura Gibsons Intensität

Laura Gibson Goners Cover City SlangDarüber hinaus sorgen Streicher-Horn- und Holzbläserarrangements für das passende Ambiente. Über ihr Gitarrenspiel hinaus benutzt Laura Gibson vergleichsweise häufig Piano und Wurlitzer. Goners ist voll von waidwunden, gespenstischen und zutiefst berührenden Songs. Gibsons traurige, aber anmutige Stimme übernimmt die Hauptlast des verhuscht-entrückten Openers „I Carry Water“ und schnell stockt einem der Atem ob der Intensität des Vortrags. Mit maschinellen Klopfgeräuschen beginnt „Domestication“, der einzige Song, der sich so etwas wie eine Vorwärtsbewegung leistet, alle anderen Stücke sind behutsam, tastend und abwartend. Im Titelsong „Goners“ sowie in „Tenderness“ gönnt sich Gibson die Nähe zum Pop, bei ihr eine fein- wie tiefsinnige Indie-Folk-Dream-Pop-Variante.

Die Schönheit der Laura Gibson-Songs

Den vielleicht eindrucksvollsten Song stellt Laura Gibson an das Ende des Albums. „I Don’t Want Your Voice To Move Me“ geht durch Mark und Bein. Hier strahlt viel Licht durch die ganze Dunkelheit und Düsternis des Albums, trotz Verlust, Traumata und Schmerz. Die Schönheit, die uns schon im hingetupften „Slow Joke Grin“, im sehnsüchtigen „Performers“, im schwermütig-dramatischen „Clemency“, im todtraurigen „Marjory“ und im zarten Indie-Folk von „Thomas“ begegnet, erreicht im Abschlusstrack ihre majestätische Formvollendung. Goners ist ein ergreifendes, intensives und an der Vollkommenheit nahes Musikerlebnis.

„Goners“ von Laura Gibson erscheint am 26.10.2018 bei City Slang.

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