
Johnny Cash: Well Alright – Song des Tages
24. April 2024
St. Vincent: All Born Screaming
24. April 2024Sechs Jahre nach „Empty Sea“ kehrt Laura Carbone mit dem Doppel-Album „The Cycle“ und 13 neuen Songs zurück
von Gérard Otremba
Ursprünglich sollte es natürlich nicht so lange bis zur Fertigstellung des neuen Albums dauern. Zu Beginn des Jahres 2020 buchte Laura Carbone für den Mai desselben Jahres ein Berliner Studio, um mit den Aufnahmen für ihren nach „Sirens“ (2015) und „Empty Sea“ (2018) dritten Longplayer zu beginnen. Wie wir alle wissen, kam dann im März der nötige Pandemie-Lockdown, der auch Carbones Studioarbeit erst mal auf Eis legte. Laura Carbone veröffentlichte daraufhin zunächst das 2019 aufgezeichnete „Live At Rockpalast“ und 2021 dann gemeinsam mit Craig Dyer von The Underground Youth die von Sounds & Books mit „Love Hurts“ vorgestellte Roy-Orbison-Cover-EP „In Dreams“.
Das Medium Laura Carbone
Und Laura Carbone nutzte die Zeit, um sich selbst als Medium zu entdecken und eine professionelle akademische Ausbildung in Medialität, einem Handwerk des Channelings, Tarots, Frequenzen und Klangheilung, zu absolvieren. Ohne Zeitdruck begann Carbone mit ihrer Band schließlich im Sommer 2021 an den Arbeiten zu „The Cycle“, das sie im letzten Jahr mit den ersten Vorabsingles „Mourning Each Day Away“ und dem von uns zum Song des Tages gekürten „Horses“ ankündigte. Das Ergebnis ist ein Doppel-Album mit 13 Songs und 66 Minuten Spieldauer. Obwohl Carbone mit ihren Klangschalen den Sound vertieft und erweitert, bleibt „The Cycle“ ein Songwriter-Indie-Rock-Pop-Album und keine esoterische Gratwanderung. Vielmehr geht die 37-jährige Musikerin mitunter ihrem Hang zu überwältigenden Arrangements nach.
Ein entdeckungswürdiger Kreislauf
Das deutet sich schon im Opener „Mourning Each Day Away“ an, das sanft und verspielt beginnt und am Ende in Bandopulenz aufgeht. Carbones Sirenengesang verfällt man sofort und wieder einmal nur zu gerne. Bei „Lose My Love“ gönnen sich Carbone und ihre Band ein paar Noise-Attacken, nur um anschließend mit der mystisch-dramatischen Piano-Ballade „Red Velvet Fruit“ aufzuwarten, während „Silver Rain“ dem melodiösen und catchy Indie-Pop-Rock in Reinform huldigt. „I Miss The Soft Touch Of Rain“ schwebt hingegen im kosmischen Indie-Folk samt Grandezza-Mittelteil und mit dem hymnischen „Phoenix Rise“ endet das Album. Strahlende und sinistere Sounds wechseln sich auf der neuen, zwischen und Mystik, Heilung, Selbsterkenntnis und Neubeginn changierenden Scheibe. Ein entdeckungswürdiger Laura-Carbone-Kreislauf.
„The Cycle“ von Laura Carbone erscheint am 26.04.2024 bei Cosmic Dreaming. (Beitragsbild von Lisa Carbone)





