Lana Del Rey: Chemtrails Over The Country Club

Lana Del Rey: Chemtrails Over The Country Club

Es bleibt edel und anmutig im Lana-Del-Rey-Kosmos

Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie viel Platz die Berichterstattung um die Person – oder auch Kunstperson – Lana Del Rey in Reviews neuer Alben um sie herum erhält. Die 35-jährige Sängerin und Songwriterin gehört seit zehn Jahren, seit ihrem aufsehenerregenden Song „Video Games“ zu den Superstars der Popbranche und wahrscheinlich gehört es zum Spiel, jede ihrer Aussagen zum Thema Feminismus oder ein Fehlverhalten während deiner Lesung mit löchriger Maske trotz verschärfter Corona-Regeln auf die Goldwaage zu legen. Man muss es nicht unerwähnt lassen, aber das Breittreten der Randgebiete kann auch bei einer Albumreview nerven und sollte doch wenigstens keinen Einfluß auf die Rezeption der gehörten Musik nehmen. Auch bei Lana Del Rey nicht.

Lana Del Rey orientiert sich an Carole King und Joni Mitchell

Wenden wir uns also der Musik auf „Chemtrails Over The Country Club“, Del Reys sechsten Album seit „Born To Die“ von 2012. Die 35-jährige Amerikanerin verbesserte ihr Songwriting mehr oder weniger sukzessive von Album zu Album und erreichte im 2019 veröffentlichten, und von Sounds & Books hier rezensierten „Norman Fucking Rockwell!“ ihren bisherigen Höhepunkt. Im Vergleich zum Vorgänger sind die Arrangements wesentlich dezenter ausgefallen, basieren aber auf den  typischen Merkmalen. Viel Piano, akustische Gitarre, gelegentliche Streicher. Und das alles, wie so häufig, mit diesem herrlich nostalgischen Vintage-Blick- und Sound. Natürlich huldigt  Lana Del Rey nach wie vor dem ganzen alten Hollywood-Ding, singt immer noch so zeitlupenhaft traurig wie gewohnt und nähert sich in „Dark But Just A Game“ fast schon ihrer jüngeren Kollegin Billie Eilish. Der sonst vorherrschende Songwriter-Folk-Pop erinnert indes weitestgehend an Carole King und Joni Mitchell, deren „For Free“ sie gemeinsam mit Natalie Mering von Weyes Blood und Zella Day in einer ausnehmend feinen Version als Albumcloser covert.

Außerordentlich schöne Songs

Es befinden sich wieder einige außerordentlich schöne Songs auf dem neuen Album Lana Del Reys. Die bei uns bereits als Songs des Tages vorgestellten „Let Me Love You Like A Woman“ sowie der Titeltrack „Chemtrails Over The Country Club“ gehören genauso dazu wie das entrückt-sanfte, leicht düstere „Yosemite“, das Duett mit Nikki Lane („Breaking Up Slowly“) oder ihre zwischen inbrünstig und gehaucht changierende Erinnerung an ihre Zeit als 19-jährige Kellnerin im Opener „White Dress“. Es bleibt edel und anmutig im Lana-Del-Rey-Kosmos.  

„Chemtrails Over The Country Club“ erscheint am 19.03.2021 bei Universal Music.

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