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23. Oktober 2025Die Sounds-&-Books-Reviews zu den am 24.10.2025 erscheinenden neuen Alben von Sigrid, Sam Himself und Emma Elisabeth
von Gérard Otremba
Eine neue Ausgabe unserer „Kurz und gut“-Rubrik. Die norwegische Überfliegerin Sigrid präsentiert uns grenzenlos gute und bunte Popmusik, der schweizerisch-amerikanische Songwriter Sam Himself mag es mit seinem Indie-Pop-Rock etwas melodieverliebter und die schwedische Musikerin Emma Elisabeth weitet ihren Americana-Kosmos aus. Und alle drei Alben sind in ihrer Art unbedingt hörenswert.
Sigrid: There’s Always More Than I Could Say
Die ersten beiden Sigrid-Platten „Sucker Punch“ (2019) sowie „How To Let Go“ (2022) gingen im heimatlochen Norwegen auf Platz 1 der Albumcharts, im UK jeweils in die Top-5. Ihr drittes Werk „There’s Always More Than I Could Say“ nennt Sigrid ein „zufälliges Trennungsalbum“, auf dem die 1996 geborene Songwriterin drei Beziehungsphasen durchlebt, von der Verliebtheit über den Herzschmerz bis zur Reflexion. Und sie verpackt ihre Rückblicke in unverschämt eingängige Popsongs. Popsongs wie man sie sonst von Miley Cyrus kennt.
Popsongs mit Punch wie das beatlastige, opulent orchestrierte „Fort Knox“, Popsongs wie das flippige „I’ll Always Be Your Girl“ als Opener und Popsongs wie das von Sounds & Books gekürte, sonnendurchflutete und verträumte „Jellyfish“. Aber auch der Titelsong als einzige Pianoballade hinterlässt einen vorzüglichen Eindruck. Sigrid hinterlässt sehr viel Euphorie, von der man sich nur zu gerne mitreißen lässt. Und am Ende steht ewiger Sonnenschein („Eternal Sunshine“). Wer könnte da widerstehen? Klasse Pop-Album.
Auf ihrer Deutschland-Tour 2026 tritt Sigrid u.a. am 07.03. in der Hamburger Georg-Elser-Halle auf.
„There’s Always More Than I Could Say“ von Sigrid erscheint am 24.10.2025 bei Vertigo / Universal Music. (Beitragsbild: Sigrid von Charlotte Alex)
Sam Himself: Moonsongs
Ebenfalls drittes Album für den schweizerisch-amerikanischen Songwriter Sam Himself nach „Power Ballads“ von 2021 und „Never Let Me Go“ von 2023. Die zehn neuen Songs entstanden mit Hilfe seines langjährigen Produzenten Daniel Schlett in der Schweiz, an seinem Lebensmittelpunkt in Brooklyn sowie in den Inn Studio in Mountain Dale, New Jersey. The National, The War On Drugs und Bruce Springsteen (in einer Indie-Version) sind immer noch die Referenzen. Sam Himself bleibt aber auch auf dem neuen Longplayer er selbst und wartet erneut mit feinen Melodien auf.
Die ganz zart wie in „Little Love“ ausfallen können, verträumt und schwebend wie in „Lisa Marie“ oder zurückhaltend wie in „Perfect Strangers“. Mit schillernden Keys und mächtigen Drums beeindruckt Sam Himself in der von uns zum Song des Tages gekürten Opener-Ballade „Backstreets“, während „Pale Moon (Like The Man Said)“ zur Indie-Rock-Hymnik neigt. Am Ende verabschiedet Sam Himself zwar die Dunkelheit („Goodbye Darkness“), lässt uns aber in deiner melancholischen Stimmung zurück. Und das ist gut. Feines Album.
„Moonsongs“ von Sam Himself erscheint am 24.10.2025.
Emma Elisabeth: A Sudden Break In The Clouds
Drei Jahre nach dem ebenfalls von Sounds & Books rezensierten „Some Kind Of Paradise“ kehrt Emma Elisabeth mit dem Nachfolger „A Sudden Break In The Clouds“ zurück. Zurückgekehrt ist die schwedische Songwriterin mittlerweile aus Berlin in ihre Heimat. Und sie kann sich erstmals am Mutterdasein erfreuen. Während sich die Hörer an den zwölf neuen Tracks erfreuen können. Allen voran an dem von uns als Song des Tages vorgestellten, in den psychedelischen Sixties wildernden „Under The Sun“.
Auch „Swan Song“ mit seiner Nähe zu den großartigen Pop-Melodien von Fleetwood Mac springt einen sofort an. „Pretty Garden“ lüftet den morgendlichen Herbstnebelschleier, während „Possibly Never“ im zurückgelehnten Modus mit einer filigranen Chorus-Melodie punktet. Man verfolgt Emma Elisabeths Americana-Ausflüge mit großer Aufmerksamkeit. Den eher dezenten Gesang, den zwischen Dunkelheit und Liebreiz wechselnden Gitarren-Twang. Eine Platte mit Sogcharakter.
„A Sudden Break In The Clouds“ von Emma Elisabeth erscheint am 24.10.2025.




