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9. April 2025Die Sounds & Books-Reviews zu den neuen Alben von Bon Iver, Floodlights und The Lathums
von Gérard Otremba
In der heutigen Ausgabe der „Kurz und gut“-Rubrik bei Sounds & Books stelle ich euch die am 11.04.2025 erscheinenden neuen Alben von Bon Iver und Floodlights sowie die bereits veröffentlichte dritte Platte der britischen Indie-Pop-Rock-Band The Lathums vor.
Bon Iver: Sable, Fable
Das neue Album von Bon Iver beginnt mit einer EP. Der im Oktober 2024 veröffentlichten, drei Songs starken „Sable“-EP, die mit dem von Sounds & Books als Song des Tages vorgestellten „Awkward Season“ endet. Gleichsam ist der letzte dieser drei Lieder über Angst, Einsamkeit und Depression mit seiner am Ende doch hoffnungsvoll leuchtenden Melodie der perfekte Übergang in den zweiten Albumteil mit weiteren neun Songs. Hier arbeitete Bon-Iver-Mastermind Justin Vernon nicht nur mit Wegbegleiter Jim-E Stack, sondern auch mit Gästen wie Danielle Haim, die sich mit ihm die Vocals bei der tollen Ballade „If Only I Could Wait“ teilt. Nicht minder eindrucksvoll das elegante, ein wenig an Van Morrison erinnernde „There’s A Rhythm“, das soulige „I’ll Be There“ sowie „From“, das poppigste Stücke der neuen Bon-Iver-Platte. Und mit elektronischen Spielereien hält Vernon natürlich auch wieder nicht hinterm Berg und schafft ein typisches Bon-Iver-Album.
„Sable, Fable“ von Bon Iver erscheint am 11.04.2025 bei Jagjaguwar. (Beitragsbild: Bon Iver von Graham Tolbert)
Floodlights: Underneath
2018 aus einer Pub-Laune gegründet, haben sich Floodlights zu den neuen Himmelsstürmern der australischen Indie-Rock-Szene gemausert. Schon ein Jahr später erschien die erste EP, 2020 dann das Debüt-Album „From A View“. Ihr South-by-Southwest-Festival-Auftritt in Texas öffnete weitere Türen und nun veröffentlicht das Quintett aus Melbourne mit „Underneath“ seinen bereits dritten Longplayer. Der Floodlights-Indie-Rock speist sich aus einer Portion Post-Punk, der Underground-Züge früher Nick-Cave-Songs trägt, und der Liebe zum Folk-Rock, der teilweise so verspielt wie einst bei Fanfarlo klingt. Und einige unwiderstehliche Tracks auf „Underneath“ hervorbringt. Allen voran die himmlisch-hymnischen „Cloud Away“, „Can You Feel It“, „Suburbia“ und „The Light Won’t Shine Forever“ und „Bouyant“. Und da die anderen Songs nicht weiter abfallen und Sänger Louis Parsons eine grandiose wie markente Stimme besitzt, erweist sich „Underneath“ als eine Indie-Rock-Platte der Stunde.
„Underneath“ von Floodlights erscheint am 11.04.2025 bei PIAS Recordings.
The Lathums: Matter Does Not Define
Man ist ja auch noch vier Tage nach dem Konzert im Hamburger Gruenspan (Sounds & Books berichtete) noch ganz beseelt von den ganzen Indie-Pop-Rock-Hymnen, die The Lathums in der Zwischenzeit so auf den Markt gebracht haben. Dabei handelt es sich bei „Matter Does Not Define“ doch nach „How Beautiful Life Can Be“ (2021) sowie „From Nothing To A Little Bit More“ (2023) erst um den dritten Longplayer des britischen Quartetts. Doch irgendwie hat man das Gefühl, The Lathums wären schon viel länger dabei. Und auch auf „Matter Does Not Define“ tummeln sich wieder einige fesselnde Tracks.
„Dynamite“ hält, was der Titel verspricht, „No Direction“ kennt nur eine Richtung und die geht immer geradeaus, „Heartbreaker“ mit seinen „Lalala“-Chören geht sofort ins Ohr und das zappelige „Stellar Cast“ treibt mächtig an. Und aus der zweiten Reihe entpuppt sich das sehnsüchtige, mit einer Trompete veredelte „Surrounded By Beauty“ als weiteres Albumhighlight. Das haben die The Lathums mal wieder richtig gut hinbekommen.
„Matter Does Not Define“ von The Lathums ist am 28.03.2025 bei Virgin Music erschienen.




