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31. Dezember 2025Die Liste der Konzerte des Jahres 2025 bei Sounds & Books, u.a. mit Wilco, Bruce Springsteen, Nick Cave, Radiohead und Palila
ausgewählt von Gérard Otremba
2025 besuchte ich so viele Konzerte wie nie zuvor in einem Jahr. Ohne Termindoppelungen wären es wohl noch ein paar mehr geworden, so musste ich mich gelegentlich entscheiden, welches Live-Erlebnis nun wichtiger sei. Gute, sehr gute und hervorragende Aufritte waren dabei, 22 davon stelle ich euch nun in dieser Liste der Konzerte des Jahres 2025 vor, bei Radiohead, Bright Eyes und Sam Fender waren die Kollegen Werner Herpell, Sebastian Meißner und Sarah Ismail vor Ort. Auffällig dieses Jahr die große Unruhe bei zahlreichen Konzerten, ganz besonders beim Stadtpark Open Air, hervorgerufen durch permanente Privatgespräche der Besucher. Sehr schade, ich liebe die Location im Stadtpark, jedes Jahr stellen die Veranstalter ein großartiges Programm zusammen, aber Ende Juli war ich ob des ständigen Gequatsches mit meinen Nerven doch ein wenig durch und benötigte eine größere Konzert-Auszeit im August.
Man geht doch eigentlich zu Konzerten, um Musik zu hören, oder? Wunsch für das kommende Jahr: „Please be quiet while the band ist playing“. Gilt auch für Support-Acts. Vielleicht ist deshalb auch nur ein Stadtpark-Konzert in der Endjahresliste vertreten.
Von den vielen wunderbaren Konzerten ragte eins noch heraus, für Wilco fuhr ich gerne nach Dortmund. Nicht bei allen Konzerten, die hier auftauchen, war es uns erlaubt, zu fotografieren. Weitere Fotos bei den Konzert mit Foto-Erlaubnis sowie die Reviews könnt ihr hinter der den einzelnen Verlinkungen einsehen. Und nun wünsche ich viel Vergnügen mit der Liste der
Konzerte des Jahres 2025
Es war wohl einer der schönsten Konzerttage (vielleicht sogar der schönste) in meinem ganzen Leben. So pathetisch muss ich jetzt werden. Nach der Zugfahrt aus Frankfurt, wo zwei Tage zuvor Bruce Springsteen Mainhatten rockte (siehe Platz 4), traf ich zunächst Sebastian und David aus Berlin. Gemeinsames Mittagessen, erlesene Musikgespräche, ein Spaziergang zum Junkyard, wo wir noch vor Einlass eintrafen und wo bereits Birgit und Jürgen aus Hamburg warteten, die ich seit Jahren von diversen Konzerten aus Hamburg kenne und von denen ich nicht wusste, dass sie ebenfalls anwesend sein würden. Im Verlauf des Abends traf ich noch den geschätzten S&B-Kollegen Werner Herpell aus Berlin, den RND-Kollegen Matthias Halbig aus Hannover, die Hamburger Musiker Gunnar Ennen (Staring Girl) und Matthias Schwettmann (Palila) samt Palila-Fans aus Rheinland-Pfalz, sowie Wolfgang Buchholz (The No Colour Twins) aus Rinkerode. Es fühlte sich wie ein familiäres Wilco-Klassentreffen an.
Und dann Wilco selbst, die zwar gegen die wärmende und untergehende Abendsonne spielen mussten, aber auch in Deutschland erstmals auf ein zweigeteiltes Set mit exakt 20 Minuten Pause zurückgriffen, auf eine Netto-Live-Spielzeit von 2:40 Stunden (bei 31 Songs, darunter sechs von „A Ghost Is Born“) kamen und schlicht wieder eines ihrer brillanten Konzerte ablieferten, wie sie nur die beste zeitgenössische Rockband der Welt hinbekommt. Und das beste von einigen Wilco-Konzerten, die ich seit 1999 erleben durfte. Alle waren fasziniert und/oder ergriffen und es gab keine nervigen Privatgespräche während des Wilco-Auftritts, endlich mal Fans, die noch wissen, weshalb sie zu einem Konzert gehen. Jeff Tweedy so locker wie selten zuvor und Wilco atemberaubend gut. Dieser 20.06.2025 wird sich für immer in mein Konzertgedächtnis einbrennen. Trotz der großen Konkurrenz von Bruce Springsteen, gebührt Wilco der Spitzenplatz in der Liste der Konzerte des Jahres 2025 bei Sounds & Books. (Fotocredit: Gérard Otremba)




2. Bruce Springsteen in Berlin
Flammende Reden gegen die Trump-Regierung und ein noch entschlossener als in den beiden letzten Jahren wirkender Bruce Springsteen (und wer hätte gedacht, dass er Düsseldorf, Hamburg und Hannover noch toppt?). Der „Boss“ und seine E Street Band am 11.06. im Olympiastadion drei Stunden on fire und in Kampfstimmung. Absoluter Rauschzustand und Springsteen in einer neuen Dimension. Mein Überschwang kennt hier zurecht keine Grenzen.
Nach seinen phänomenalen Auftritten mit den Bad Seeds 2024 (Sounds & Books berichtete aus Berlin und Hamburg), nun am 22.06. als Solist am Piano in der Elbphilharmonie, lediglich begleitet von Colin Greenwood am Bass. Cave erzählt teilweise sehr witzige Entstehungsgeschichten zu einigen Songs, führt eine grandiose Setlist von „Higgs Boson Blues“ über „The Ship Song“ und „The Weeping Song“ bis hin zu „Into My Arms“. Ein Traum von einem Nick-Cave-Konzert.
4. Bruce Springsteen in Frankfurt
Überlaute, permanent geführte Privatgespräche von Menschen, denen die Musik von Bruce Springsteen offensichtlich egal war, direkt in meinem Rücken (sogar bei „The River“ quatschten die Damen weiter) hinterließen einen zeitweilig miesen Beigeschmack am 18.06. im Frankfurter Waldstadion. Springsteen mit leicht veränderter Setlist zu Berlin aber natürlich immer noch voller Adrenalin und einem erneut grandiosen, dreistündigen Konzert.
„Ein 126-Minuten-Auftritt der Mega-Klasse“, eine Live-Wiederkehr, wie es sich alle Fans erhofft hatten. Die britische Neo-Prog/Electropop/Avantgarde-Rock-Band untermauert am 08.12 in der Berliner Uber Arena ihren Status als eine der innovativsten Bands der letzten 30 Jahre.
6. Element Of Crime in Hamburg
Element Of Crime haben so viele geniale Lieder geschrieben, dass es fast egal ist, was sie spielen. Zuletzt weilte etwas viel Routine auf der Bühne, vielleicht weil ich, der seit 30 Jahren auf jeder Tour dabei ist, gelegentlich ein paar Songs aus der zweiten Reihe vermisst habe. Aber das Konzert am 08.07. im Stadtpark wird dann mit Liedern wie „Ferien von dir“, „Weil es schön war“, „Ohne Dich“, „Der Mann vom Gericht“ und „Geh doch hin“ doch sehr kurzweilig.
Die tollen Songs des neuen Albums „Strawberries“, dazu etliche Go-Betweens-Lieder, die der Australier mit seiner schwedischen Band am 29.09 im Knust spielt und die Fans im Knust sind hin und weg. Ich auch. (Fotocredit: Gérard Otemba)




Indie-Rock mit Erweckungs- und Überwältigungscharakter. 70 Minuten lang Hymnen, Hymnen, Hymnen am 13.09. im Molotow. Die Australier bringen die Songs ihres aktuellen Albums „Underneath“ überschwänglich auf die Bühne. Ganz stark. (Fotocredit: Sarah Ismail)



Die Liverpooler faszinieren mit ihrem hypnotischen Desert-Indie-Rock auch im fünften Jahr des Bandbestehens. Live am 01.06. im Knust in voller Pracht. Einfach herrlich! (Fotocredit: Laurina Luckner)




Auch in Duo-Besetzung gemeinsam mit Schlagzeuger Kyle Sullivan vermag Jerry Leger die Songs seines aktuellen Album „Waves Of Desire“ (und einige mehr) live famos umzusetzen. So auch am 19.11. in der Nochtwache des Nochtspeichers. (Fotocredit: Wanja Wiese)




Live, wie immer, eine Bank. So auch am 24.04. beim ersten von drei ausverkauften Konzerten in der Großen Freiheit 36 auf der „Golden Years“-Tour, samt alter Klassiker wie „Digital ist besser“, „Let There Be Rock“, „This Boy Is Tocotronic“ und „Hi Freaks“. (Fotocredit: Niko Schmuck)




„Das beste Kettcar-Konzert seit Jahren“, sagte Edelfan Hardy Z. nach dem Kettcar-Auftritt am 31.01.2025 in der Hamburger Georg-Elser-Halle. Und Hardy muss es wissen. Und ja, es war super. (Fotocreidt. Niko Schmuck)




Bob Dylan macht sein Ding, manchmal etwas krude, manchmal auch für alteingesessene Fans überraschend. So am 22.10. in der Barclays Arena. Und muss einfach in die Liste der Konzerte des Jahres 2025.
14. Malva in Hamburg
Nach zwei Albumrezensionen, endlich Malva live gesehen. Am 22.04. im Nachtasyl. Edler und verzückend melancholischer Indie-Kammer-Chanson-Pop, dem man sich einfach nur hingeben kann. (Fotocredit: Wanja Wiese)




Album-Release-Show zu „Children Will Be Furious“ am 16.04. im Cascadas für die Hamburger Indie-Rock-Band. Glücklich, der dabei war bei diesem Feuerwerk. Im Cascadas treten Palila am 10.01.2026 bei der Geburtstagsfeier zum zehnjährigen Bestehen von Sounds & Books auf. Abschiedskonzert von Sascha Krüger als Palila-Schlagzeuger. Also, kommt alle vorbei. Tickets gibt es im Vorverkauf bei TixforGigs. (Fotocredit: Niko Schmuck)




Jazz-Songwriter-Pop mit Soul und Blues von einem anderen Stern am 06.05. in der Nochtwache. Die glorreiche Live-Umsetzung des wunderbaren Album „Mr. Luck & Mrs. Doom“. Und dazu noch Chris Eckman als Support. Was will man mehr? (Fotocredit: Niko Schmuck)




Bright Eyes wieder in Bestform, am 28.06. in der Fabrik. Conor Oberst und seine Band machen mit Songs aus allen Karrierephasen die Welt in zwei Stunden wieder besser. Gut so. (Fotocredit. Niko Schmuck)




Sie fanden bereits mit dem Konzert im Häkken 2024 Einlass in die Konzertjahresliste. Am 15.09. nun mit dem ganz großen Besteck im Nochtspeicher unterwegs, noch traumhafter, noch ergreifender, kein Wunder also, das die Schweizer Band um Tiffany Limacher auch in der Liste der Konzerte des Jahres 2025 auftaucht. (Fotocredit: Sarah Ismail)




19. Sam Fender in Berlin
Newcastle gewinnt den Liga-Pokal, Sam Fender im Vereinsdress, eine ausverkaufte Uber Eats Music Hall mit verzückt-glückseligen Fans nach einem intensiven wie energetischen Rockkonzert. (Fotocredit: Sarah Ismail)




Mit Band und Streicher-Ensemble präsentiert sich das Schweizer Duo am 10.11. im Mojo Club in Hochform. Songs des neuen Albums „Nah dran“ und ältere Klassiker, alles passt. (Fotocredit: Lena Föst)




21. Bilk in Hamburg
„We are Bilk from England an we play some Rock’n’Roll“, so die Ansage von Sänger und Gitarrist Sol Abrahams. Ein generationenübergreifender Rock’n’Roll irgendwo zwischen The Who und den Ramones. Eine explosive, britische Mischung am 08.03. im Nochtspeicher. (Fotocredit: Sarah Ismail)



20 Jahre selbtsbetiteltes Debütalbum, das es am 12.12. in der ausverkauften Sporthalle zunächst in voller Länge zu hören gibt. Dazu ein Best-Of und über zwei Stunden lang eine euphorisierende Madsen-Show. (Fotocredit: Niko Schmuck)




Spektakuläre und berauschende Show des britischen Musikers, der am 27.10. in der Sporthalle seine herausragende Position als Gen-Z-Rockstar unterstreicht. (Fotocredit: Sarah Ismail)




24. Isolation Berlin in Hamburg
Ein irrer Trip zur späten Stunde im vollen Knust am 07.03. Die Berliner wandeln stilsicher zwischen Tocotronic, DAF und Element Of Crime. 105 pralle Minuten bis nach Mitternacht. (Fotocredit: Sarah Ismail)




25. Die Braut haut ins Auge in Hamburg
Hätte nicht gedacht, Die Braut haut ins Auge nach 1996 noch ein zweites Mal live erleben zu können. Aber am 06.04 im Knust war es tatsächlich wo weit. Und was war das bitte für ein zweistündiges Live-Comeback mit dem Album „Was nehm ich mit?“ in voller Länge? Ach, könnte es nur 2026 wieder ein Konzert von Die Braut haut ins Auge geben. (Fotocredit: Laurina Luckner)








