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10. Mai 2026Konstantin Gropper im Interview: Nach Erfolgen als Filmkomponist blickt der Musiker auf seine Anfänge zurück, spricht über das Älterwerden, KI und Social Media und darüber, dass „okay“ manchmal völlig ausreicht.
Interview von Mia Lada-Klein
Konstantin Gropper feiert 2026 sein 20-jähriges Jubiläum. Passend dazu erscheint am 22.05.2026 mit „Minus The Magic“ ein neues Get-Well-Soon-Album, das sich mit dem Älterwerden und dem Leben auseinandersetzt. Kein kleines Thema, aber Konstantin Gropper geht es angenehm unaufgeregt an. Nach Erfolgen als Filmkomponist für Produktionen wie „How To Sell Drugs Online (Fast)“, „Achtsam Morden“ und „Pauline“ kehrt er auf dem neuen Album zurück zu seinen Wurzeln im Gitarren-Rock. Die von Sounds & Books zuk Song des Tages gekürte Single „OK“ erscheint als leiser Vorbote und gibt die Richtung des Albums vor.
Im Interview erinnert sich Konstantin Gropper an seine Anfänge, spricht über Veränderungen in seinem Leben, die mit dem Alter einhergehen, über die daraus entstehenden Chancen und über eine Gegenwart zwischen Social Media und KI und erklärt, warum „okay“ manchmal genau das ist, was gut genug ist.
Konstantin, beginnen wir mit deinem Song „OK“. Wann hast du das erste Mal gespürt, dass „okay“ vielleicht auch wirklich gut genug ist für diese Welt?
Konstantin Gropper: Ich glaube, das hat sich bei mir erst während der Corona-Zeit so richtig herauskristallisiert. In vielen Gesprächen mit anderen habe ich gemerkt, dass ich optimistischer bin, als ich immer dachte. Ich gehöre offenbar zu den Menschen, die fest davon überzeugt sind, dass am Ende alles doch wieder irgendwie okay wird. Das hat mich selbst überrascht, weil ich mich vorher eher als melancholisch oder sogar pessimistisch eingeordnet hätte. Gleichzeitig ist diese Erkenntnis nicht naiv gemeint. Die Zeiten sind ja nicht einfacher geworden, eher im Gegenteil.
Der Song ist für mich deshalb auch ein Versuch, nicht komplett an dem zu verzweifeln, was täglich passiert. Ob das nun traurig, absurd oder schlicht katastrophal ist, es gibt einfach viel zu wenig gute Nachrichten. Trotzdem steckt in mir so eine Art bodenständiger Optimismus. Ich glaube nicht daran, dass alles großartig wird, das wäre für mich auch ein unehrliches Popversprechen. Aber ich glaube daran, dass „okay“ eben manchmal
schon genug ist.
Du sprichst in „OK“ auch von einer „ganz neuen Dummheit“. Das ist eine Formulierung, die hängen bleibt. Gerade in den letzten Jahren, etwa während Corona, hatte man oft das Gefühl, dass sich Fronten extrem verhärten und vieles nur noch in Schwarz und Weiß gedacht wird. Schaut man sich heute Kommentarspalten in den sozialen Medien an, kann man auch schnell vom Glauben abfallen. Persönlich habe ich manchmal den Eindruck, dass wir als Menschen immer mehr zwischen Extremen wie Gut und Böse oder Ja und Nein pendeln und dabei gefühlt auch ein wenig dümmer werden. Was meinst du konkret mit dieser Zeile?
Konstantin Gropper: Das, was du beschreibst, trifft es eigentlich schon ziemlich gut. Zum einen gibt es da die offensichtliche Ebene: Dinge, die heute passieren oder gesagt werden, hätte man sich vor ein paar Jahren so kaum vorstellen können. Gerade wenn man auf politische Entwicklungen schaut, etwa in den USA, wirkt manches fast surreal. Aber die…




