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23. März 2026
The Clockworks: The Entertainment
23. März 2026King Tuff klingt wie eine Mischung aus Tagebuch von Joe Keery und frühem Adam Green: Singer-Songwriter mit Vintage-Vibe, aber ohne Glanzpolitur, dafür mit vielen Ecken, Kanten und einem herrlich „passt schon“-Feeling.
von Mia Lada-Klein
Man stelle sich vor, jemand zieht sich nach Vermont zurück, bewaffnet mit einem leicht nostalgischen Tascam 388 und einer alten blauen Gibson SG, um dort ein Album namens „Moo“ aufzunehmen. Das klingt zunächst wie ein Indie-Klischee, ist aber bei King Tuff tatsächlich so passiert.
Der Opener „Twisted On A Train“ setzt gleich den Ton fürs ganze Album: ordentlich verzerrt, rhythmisch leicht
drängend, der Gesang irgendwo im Hallnebel verortet. Man fühlt sich ein wenig an Joe Keery erinnert, wobei unklar bleibt, wer hier eigentlich wen adelt. Inhaltlich: Nachtzug, Drogenexperiment, latente Paranoia und eine durchwachte Nacht im Aussichtswagen.
Charmante Orientierungslosigkeit
Mit „Stairway To Nowhere“ bleibt man in dieser leicht verpeilten, aber angenehm treibenden Klangwelt. Es geht um das Weitermachen ohne Ziel, um das absurde Bedürfnis, trotz Sinnkrise weiter nach oben zu klettern. King Tuff gelingt dabei das Kunststück, existenzielle Müdigkeit in einen Song zu packen…





