King Gizzard & The Lizard Wizard: K.G.

King Gizzard & The Lizard Wizard: K.G.

Mal wieder ein etwas anderes Album von King Gizzard & The Lizard Wizard

Eine der aufregendsten Livebands dieses Planeten kommt aus Australien und heißt King Gizzard & The Lizard Wizard. Ein Abend mit der gegenwärtig als Sextett aufspielenden Formation ist ein Garant für hinreißende, genreübergreifende Gitarrenmusik, die von der Spielfreude her an die amerikanischen Meister des Jamrocks erinnert wie The Grateful Dead oder die Allman Brothers, soundtechnisch jedoch ebenso UK-Psychedelic wie etwa von Hawkwind integriert oder sogar mal dem Thrash-Metal frönt. Auch die Fanfreundlichkeit erinnert an die Dead, denen das Mitschneiden der Auftritte immer gestattet war.

King Gizzard & The Lizard Wizard luden zum Beispiel 2017 dazu ein, eines ihrer fünf (!) in diesem Jahr erschienenen Studioalben für lau im Masterbandqualität herunterzuladen mit der direkten Aufforderung, es zu kopieren, zu teilen und gegebenenfalls sogar zu verkaufen. Der Lohn dafür: stetig wachsende Hallengrößen sowie eine hingebungsvolle Fanschar, die es durchaus mit den legendären Dead-Heads aufnehmen kann. Die vorab von „K.G.“ veröffentlichte Single „Automation“ wird auf der Homepage der Band zum Download angeboten mit der Aufforderung, Remixe oder Videos davon zu fabrizieren.

King Gizzard wenden sich orientalischer Musik zu

King Gizzard KG Cover Caroline Internatinal

Dass an diesem Freitag das erste Studioalbum 2020 erscheint (das insgesamt sechnzehnte seit Gründung 2010) grenzt gemessen an der vergangenen Veröffentlichungsflut fast schon an Arbeitsverweigerung, aber immerhin gibt es zeitgleich auch noch einen Livemitschnitt von 2016 zu erwerben. Das hier besprochene Studioalbum trumpft einmal mehr mit ausuferndem Gitarrenrock auf, der diesmal stark orientalisch geprägt ist sowie leicht proggig daherkommt.  „K.G.“ klingt wie aus einem Guss, die Übergänge zwischen den Stücken sind fließend und können leicht als ein solitärer Klangteppich wahrgenommen werden – ein Kunststück, das KG auch live schaffen, wenn die stilistisch sehr variierenden Werke ihrer Alben neu zusammengefügt werden.

Neben dem Herantasten an türkische Psychedelic hört man auf „Intrasport“ sogar Clubsounds oder Disco-Anklänge auf dem Basar, bevor „Offlife“ mit treibendem Beat, schmeichelnden Keys sowie betörender Flöte fast schon in sufistischer Extase mündet. Der Abschluss des Albums, „The Hungry Wolf Of Fate“, verlässt den Orient schließlich und positioniert sich als breitbeiniger, dynamischer Hardrock zum kollektiven Headbangen.

Ein Album wie ein Live-Erlebnis

Die Tour dieses Jahr fiel aus den bekanntem Gründen aus, auf hinreißende Livemusik von Down Under muss erstmal verzichtet werden. Da KG&TLW- Studioalben jedoch einen ebensolchen Trip darstellen und ihrer Livepräsenz in nichts nachstehen, ist das durchaus zu verschmerzen. „K.G.“ ist dabei weder besser noch schlechter als der Rest ihres Gesamtwerkes – nur eben mal wieder etwas anders. Welch angenehmer Kontrast zum jüngsten Output der Landsmänner von Down Under, die dagegen den innovativen Stillstand zelebrieren.

„K.G.“ von King Gizzard & The Lizard Wizard erscheint am 20.11.2020 bei Caroline International. (Beitragsbild: Pressefoto)

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King Gizzard & The Lizard Wizard - Automation

Kommentare

  • Cooler geschriebener Artikel.
    Macht mich echt neugierig auf die Platte, fand die letzte ja nicht ganz so toll. Mal sehen was dieses so bereithält, wurde in ein paar Magazinen als Platte der Woche gekürt.
    Beste Grüße

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