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16. April 2026Der Bandname ist … herausfordernd. Die so ambitionierte wie zugängliche Musik von Kiiōtō dürfte aber vielen Fans von Trip-Hop, Soul und Jazz gefallen.
von Werner Herpell
Dass dieses britische Bandprojekt im Artpop-Sektor unterwegs sein könnte, lässt schon sein ungewöhnlicher, exotisch und auch etwas prätenziös klingender Name erahnen: Kiiōtō (angelehnt an die kulturell bedeutende japanische Stadt Kyōto/Kioto) nennen sich die frühere Lamb-Sängerin Lou Rhodes und der Songwriter/Pianist Rohan Heath als ein um tolle Begleiter verstärktes Duo, das nun mit seinem zweiten Album eine tatsächlich sehr kunstvolle Mixtur aus Trip-Hop, Retro-Soul, Electropop und Jazz vorlegt.
Beth-Gibbons-Fans, aufgepasst!
Wer leicht clubbige Musik mag, die sich irgendwo zwischen Portishead, Massive Attack, Everything But The Girl (EBTG), Khruangbin und Amy Winehouse
einpendelt, dürfte von „Black Salt“ begeistert sein. Schon der Opener „Moth“ zieht mit dem mächtigen Standbass von Andy Hamill (4 Hero, Carleen Anderson) auf die Tanzfläche, dazu singt Rhodes wie eine nicht ganz so depressive Beth Gibbons. Dieser Vergleich passt auch zur Single „Butterfly“, einem schleichenden, leicht noisigen Jazz-Noir-Track inklusive rasselnder Percussion und geisterhaften Glockenschlägen.
Deutlich aufgeräumter und heller, mit viel Gospel-Soul in den Vocals, klingt dann „Warpaint“. Das lässig swingende „Walking Backwards“ würde auch auf einem Album von/mit Tracey Thorn (EBTG) nicht unangenehm auffallen. Die aufs Wesentliche reduzierte Jazz-Ballade „Lost Map“ muss außer Rhodes‘ elegischem Gesang, Heaths impressionistischen Klavier-Tönen und einer gedämpften Trompete nichts aufbieten, um nachhaltig zu faszinieren. Schlicht wunderschön.





