Kevin Morby: City Music – Album Review

Kevin Morby: City Music – Album Review

 

Kevin Morby bleibt einer der faszinierendsten Songwriter unserer Zeit

Sein jüngstes, gar meisterliches Werk, „Singing Saw“, das bei Sounds & Books einen ausgezeichneten 2. Platz in der Jahresabrechnung belegte, liegt gerade mal ein Jahr zurück, da legt Kevin Morby bereits mit City Music nach. Kein ungewöhnliches Vorgehen des 29-jährigen, amerikanischen Songwriters, ist es bereits sein viertes Soloalbum seit 2013. Als Bassist der Band Woods war er an der Entstehung von drei Platten zwischen 2010 und 2012 beteiligt und brachte nebenbei noch zwei Longplayer mit The Babies heraus. Ein Output ähnlich dem von Ryan Adams in den Nuller-Jahren und wie bei seinem älteren Kollegen folgt auch bei Kevin Morby kein Meisterwerk dem nächsten. Und doch bietet Morby auf City Music Songs an, die viele andere Songwriter neidisch machen lassen sollten.

City Music ist ein angemessener Albumtitel für Kevin Morby, verbrachte er doch die meiste Zeit seines Lebens in Städten, in Kansas City, in New York, in Los Angeles. Die grellen Lichter der Großstadt sind seine Sache jedoch nicht, in das Abenteuer des Großstadtdschungels stürzt sich Morby ebenfalls nicht. Viele seiner neuen Songs haben etwas Gespenstisches und Einsames an sich. So richtig ins Getümmel wirft sich Morby einzig mit dem die Ramones evozierenden „1234“. In „Dry Your Eyes“ hingegen, einem ultralangsamen, lyrischen Songwriterblues, kommt er Lou Reed so nah wie möglich. Was dann wieder zum Großstadttopos des Albums passt. Morbys Stimme klingt häufig wieder wie die Bob Dylans der Spät-60er-Ära, wie im exaltiert-euphorischen „Aboard My Train“, eine Art musikalisches Update von „Dorothy“ aus Singing Saw.

Oder im Eröffnungsstück,  dem elegischen, nächtliche Traumlandschaften beschwörende, „Come To Me Now“. Der fast siebenminütige Titeltrack „City Music“ windet sich aus dem poetischen Anfang in eine vorübergehende Ekstase und im anschließenden „Tin Can“ lässt Morby sich selbst und seine Bandmitglieder Meg Duffy an der Gitarre sowie Justin Sullivan am Schlagzeug noch einmal von der Leine, bevor am Ende des Albums dann noch eine ergreifende Leonard Cohen-Verbeugung mit „Downtown’s Lights“ folgt. Kevin Morby bleibt auch mit City Music einer der faszinierendsten Songwriter dieser Tage.

„City Music“ von Kevin Morby erscheint am 16.06.2017 bei Dead Oceans / Cargo Records.

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