Katie Von Schleicher: Consummation

Katie Von Schleicher: Consummation

Liebreizend und expressiv: Genreübergreifendes Zweitwerk von Katie Von Schleicher

Der nächste Schritt in Katie Von Schleichers Karriere heißt „Consummation“. Als Praktikantin beim Ba Da Bing! Records ermutigte sie ihr Chef, eine Kassette mit eigene Songs auf dem Label zu veröffentlichen. „Bleaksploitation“ war das die Runde machende Bedroom-Pop-Ergebnis dieser Aufforderung, bevor 2017 mit „Shitty Hits“ das offizielle, mit wunderbaren Lo-Fi-Songs bestückte  Debütalbum erschien, das Von Schleicher als gereifte Songwriterin auswies. Der nun bei Full Time Hobby erscheinende Nachfolger „Consummation“ geht noch einen Schritt weiter.

Von Schleichers Stimme aus der Tiefe des Raums

Katie Von Schleicher Consummation Cover Full Time Hobby

Die aus Maryland stammende und in Brooklyn lebende Musikerin findet mit ihrem Zweitwerk den endgültigen Einlass in den erlauchten Kreis ihrer Kolleginnen Angel Olsen, Sharon van Etten und Feist. Dreizehn Songs sind auf „Consummation“ vertreten, dreizehn Songs, in denen Katie Von Schleicher von Ängsten, Depressionen, Hingabe, zerstörerischer Liebe, Schmerz, fehlerhafter Kommunikation sowie der Unfähigkeit, psychische Distanzen zwischen sich selbst und einem anderen zu überwinden. Musikalisch greift Von Schleicher auf verschiedene Genres zurück und beginnt das Album mit Synthesizern und Drumcomputern bei „You Remind Me“. Von Schleichers Stimme schwebt geradezu traumwandlerisch aus der Tiefe des Raums über den Soundflächen, zu denen sich noch störrische Gitarren gesellen.

Katie Von Schleicher lässt sich von Alfred Hitchcock inspirieren

Ein aufrüttelnder Auftakt, dem mit „Wheel“ ein vom Krautrock inspirierter, munter vorwärtsspringender Indie-Pop-Song folgt, der wie ein zugängliches Stück von Velvet Underground klingt. In Indie-Dream-Pop-Sphären taucht Katie Von Schleicher für „Nowhere“ ab, während „Caged Sleep“ wieder Schwung aufnimmt, Krautrock mit New Wave verbindet und gar ein Saxophon zum Einsatz kommt. Der scheppernd-schöne, aber mit zwei Minuten viel zu kurze Garagen-Pop-Rock von „Can You Help?“ offenbart sich als ein weiterer Höhepunkt des Albums. Zu denen zählt der melodiös-sehnsüchtige Indie-Rock-Track „Hammer“ genauso wie die berührend-dramatische Ballade „Gross“. Die Musik auf „Consummation“, für das Von Schleicher als Basis der Film „Vertigo“ von Alfred Hitchcock diente, changiert wunderbar ausbalanciert zwischen Liebreiz und Expressivität. Ein großer nächster Schritt für Katie Von Schleicher.

„Consummation“ von Katie Von Schleicher erscheint am 22.05.2020 bei Full Time Hobby / Rough Trade. (Beitragsbild: Albumcover)

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