Jungle: Loving In Stereo -Albumreview

Jungle: Loving In Stereo -Albumreview

Die Essenz britischer Popmusik 2021: “Loving In Stereo” von Jungle

“Je mehr man seine Ängste vor dem, was man zu sein glaubt oder was man zu tun vermag, loslassen kann, desto freier wird man in seiner Kreativität.” Das stammt nicht etwa von einem Yogi-Teebeutel, sondern von Joshua James Lloyd-Watson, einem der beiden Köpfe von Jungle. Das Dance-Duo hat nach langen Jahre Ruhepause mit “Loving In Stereo” nun sein drittes Album veröffentlicht. Jungle scheinen das Loslassen gut meistern zu können. Denn von Angst ist auf den 14 neuen Stücken nun wirklich gar nichts zu hören.

Jungle mit hoher Energie

Stattdessen arbeiten sich Lloyd-Watson und Tom McFarland mutig durch die verschiedenen Stile der Popmusik. In “Keep Moving” klingen sie wie eine jüngere Version von Justice, “Fire” erinnert an TV On The Radio, “Just Fly, Don’t Worry” könnte auch von Aaron Frazer stammen. Das verbindende Element ist der hohe Energieausschlag bei allen Tracks. Wie entfesselt geht es hier nur in eine Richtung: geradeaus. Getrieben von geschmackvollen Basslines und mit einem guten Gespür für Melodien zeigen Jungle hier ihr Hitpotenzial.

Spaß durch Emanzipation

Eine Zutat der neuen Erfolgsformel ist sicher auch die neue Unabhängigkeit. Denn Jungle haben sich von XL Records, die unter anderem auch Adele und The xx beheimaten, getrennt. “Wir betrachteten diese Beziehung und fragten uns, was sie für uns taten und was wir für sie taten; es ist eine Art, den Vogel fliegen zu lassen. Am Anfang ist man jung und sucht die Bestätigung eines A&R-Mannes, und dann wird man erwachsen und ist Ende 20 und fragt sich: ‘Was zum Teufel soll das?”, sagt Lloyd-Watson. Geradezu befreit wirken die Songs auf “Living In Stereo”. Stücke wie “Talk About It” und “What D’ You Know About Me?” tragen zudem eine trotzige Attitüde zur Schau, die möglicherweise genau aus dieser Emanzipation heraus entstanden ist.

Die Essenz

“Loving In Stereo” ist eine Tanzplatte, die man getrost bei der nächsten Party auflegen kann. Sie aber allein als Dancefloor-Platte abzustempeln wäre verschenkt. Denn Jungle destillieren in diesen Songs die Essenz britischer Popmusik 2021. Eingängig, aber nicht gefällig. Clever, aber nicht verkopft. Kommt in die Jahresbestenliste.

“Loving In Stereo” von Jungle erscheint am 13.08.2021. (Beitragsbild von Anna Victoria Best)

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