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15. Juni 2026
Haylie Davis im Interview
15. Juni 2026„Galinhas do Mato“ von José Afonso ist das bewegende letzte Album des portugiesischen Liedermachers. Eine Würdigung seines musikalischen Vermächtnisses und seiner zeitlosen Kunst.
Wer sich mit portugiesischer Musik beschäftigt, kommt an José Afonso nicht vorbei. Über Jahrzehnte begleitete, kommentierte und prägte er die gesellschaftlichen Veränderungen seines Landes. Seine Lieder wurden zu Stimmen des Widerstands gegen die Diktatur und später zum Soundtrack einer demokratischen und selbstkritischen portugiesischen Identität. Zu seinen Lebzeiten veröffentlichte er 27 Alben, fünf weitere erschienen nach seinem Tod. Viele davon gelten bis heute als Meilensteine.
Die letzten Worte von José Afonso
Als „Galinhas do Mato“ 1985 erschien, war Zeca, wie ihn Freunde und Fans nannten, bereits schwer krank. Es sollte sein letztes
Album vor seinem Tod im Februar 1987 werden. Vieles spricht dafür, dass ihm die Tragweite dieser Veröffentlichung bewusst war. „Galinhas do Mato“ wirkt wie ein bewusst gesetzter Schlusspunkt, in dem er noch einmal zusammenfasst, was ihm wichtig war. Das Album bewegt sich zwischen Melancholie und Zuversicht. In seinen Texten beobachtet, erinnert, hinterfragt und erzählt Afonso – mit Weisheit, feinem Humor und großer Menschenliebe. So ist „Galinhas do Mato“ weit mehr als ein bedeutendes Spätwerk. Es ist das letzte große Zeugnis eines Künstlers, dessen Geist ungebrochen blieb, obwohl sein Körper immer schwächer wurde.
Beeindruckende Freiheit
Trotz seiner Krankheit entfaltet Afonso auf diesem Album noch einmal eine beeindruckende kreative Kraft. „Galinhas do Mato“ klingt nicht wie ein Abschied, sondern wie die konzentrierte Essenz eines Lebenswerks. Weil er selbst nur noch eingeschränkt singen konnte, holte er LuÃs Represas, Helena Vieira, Janita Salomé und NÃ…




