
Enrico Rava & Fred Hersch – Live in der Elbphilharmonie Hamburg
26. September 2023
Adam Miller: Illusion Pool – Song des Tages
27. September 2023Fünf Jahre nach ihrem überschwänglich rezipierten Debüt „Lost And Found“ erquickt uns Jorja Smith mit einem Nachfolger
von Michael Thieme
Schnellschüsse gehen anders, von wegen „schmiedet das Eisen..“ und so weiter. Das ist ja mal eine sehr angenehme Entspanntheit, die bloß ein paar Singles oder Gast- oder Samplerbeiträge in der Zwischenzeit zuließ – darunter jedoch ein paar mehr als eindrucksvolle. Fassen wir kurz zusammen: „Lost And Found“ war 2018 eine Sternstunde des UK-Soul, trotz überragender Konkurrenz. Drake wusste das bereits und unterstützte sie; der ME attestierte ihrer Stimme eine „heilende Wirkung“. 2020 brillierte sie neben Poppy Adjuha oder Emma-Jean Thackray auf „Blue Note Re:Imagined“ mit einer Hammerversion von
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„Rose Rouge“ (im Original von Saint Germain); mit OG Keemo und dem WDR Funkhausorchester konzertierte sie anschließend über Rassismus und Polizeigewalt.
Die Lady klärt
In diesem Jahr droppte sie bereits erlesene Singles, darunter das sommerlich-leichte „Little Things“, welches auch als Mashup mit „Gypsy Woman“ fasziniert.UK-Soul mit seinen porösen Schnittstellen zu allem anderen, vor allem zu Jazz oder Hip Hop, aber ebenso zu Indie-Sounds mit oder ohne Gitarre, herrscht sowieso seit einer Weile. All dies ist hörbar auf „Falling Or Dying“, dezenter Reggae gar an der einen oder anderen Stelle sowie eine versteckte, rockig aufjaulende E-Gitarre im Hintergrund. Darüber jedoch diese Stimme neben Beats, die nie zu aufdringlich zur Bewegung animieren oder zur Reflexion einladen. Alles wirkt stimmig und vertraut, allerdings niemals gewöhnlich oder wie bereits gehört.
Jorja Smith setzt sich mit ihrem neuen Album souverän wie elegant an die Spitze des UK-Soul
Gut, sie sitzt dabei auf einer Couch mit Platz für weitere Kolleg.Innen, nicht auf einem Thron. Nichtsdestotrotz ist ihr Sound ein extrem Eigener, der gegen Ende („Backwards“) sogar das große orchestrale Besteck andeutet, mit dem in der Vergangenheit Vorgängerinnen wie z.B. Shirley Bassey brillierten. Das Outfit auf dem Cover passt schon mal dazu. Falls es in Zukunft überhaupt noch mal James Bond-Filme oder Alternativen dazu geben sollte – der Titelsong muss von Jorja Smith kommen. Da gibt’s keine Diskussionen.
„Falling Or Flying“ von Jorja Smith erscheint am 29.09.2023 bei Sony Music. (Beitragsbild von Ivor Alice)





