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19. Oktober 2023John McLaughlin und seine Band verzaubern das Publikum am 15.10.2023 im Bremer Konzerthaus Die Glocke
Text von Tim Schikoré, Fotos von Joaquín Aladin Avciogullari
Das buntgemischte und offensichtliche „Ü40-Publikum“ füllt das altehrwürdige Bremer Konzerthaus „Die Glocke“. Der schöne, vollbesetzte Saal verdunkelt sich, auf der dezent-blaubeleuchteten Bühne stechen zunächst der Konzertflügel und zwei Schlagzeuge ins Auge. Schon betritt die „Jazzgitarrenlegende“ John McLaughlin samt Gefolge die Bühne, und wird von Standing ovations empfangen. Der mittlerweile 81-jährige hält eine kurze Ansprache auf deutsch und stellt zunächst „die Band“ vor. Allesamt international bekannte Jazzgrößen – dies wären: Gary Husband (Schlagzeug und Keyboards), Étienne M’Bappé (Bass), Ranjit Barot (Schlagzeug) und Jany McPherson (Klavier und Gesang).
John McLaughlin sprüht vor Spielfreude
Die ersten Gitarrenklänge und begleitenden Grooves deuten auf eine up-tempo Rock’n’roll-Nummer hin, aber schon wenig später löst ein gekonnt eingesetztes, rhythmisch selbstverstänlich vertracktes Unisono-Break die Einfachheit auf und schnell wird klar: Hier steht Fusion auf dem Plan. Die Rhythmus Sektion (Barot, M’Bappée & Husband) spielt schon gut zwölf Jahre mit John McLaughlin – das ist in jedem Moment zu spüren. Die verstehen sich blind und der tiefenentspannte McLaughlin sprüht vor lauter Spiel-Freude, dreht dem Publikum gerne mal den Rücken zu, um seinen „Kollegen“ beim weltklasse Jammen zuzuhören. Besonders fällt der präzise und extrem knackige Bass von M’Bappé auf. Insgesamt ein perfekter Sound.
Das i-Tüpfelchen ist die aus Cuba stammende Pianistin und Sängerin Jany McPherson – sie beeindruckt mit ihrem souligen, gefühlvollen Gesang, sowie ihren unglaublich technisch und melodisch versierten Improvisationen, moderiert auch zwischendurch und fordert die Herren des Quintetts zum Gesang in den Klassikern „The Creator Has A Masterplan“ und „Love And Understanding“ auf.
Tribute an Jeff Beck
In den folgenden, funkigen Nummern hat Ranjit Barot endlich die Gelegenheit, seinen indischen „Konnakol“ (percussiv-Gesang) einzubringen… unfassbar, wie das rhythmisch zur Sache geht. Nicht zu vergessen die funkigen Keyboard-Soli von Husband, die sich nahtlos in die Improvisationen einfädeln. Besonders schön war das Tribute an Jeff Beck und es gab den Stevie Wonder Hit „Cause We Ended As Lovers“ zu hören. John McLaughlin ist einer, der es schafft, sich selbst zurückzunehmen, seinen Ensemblemitgliedern einen riesigen Raum zu geben und das Ganze zu einem musikalisch- magischen Moment zu machen, welches nur schwer auf dem Plattenteller vorstellbar ist, aber auf der Bühne verzaubert.





