Joe Pug: Windfall – Album Review

Joe Pug: Windfall – Album Review

Ein beeindruckendes Songwriter-Album des Musikers aus Austin

von Gérard Otremba

Mit Windfall setzt der amerikanische Musiker Joe Pug endgültig die Tradition großer Songwriter wie Townes van Zandt, John Prine, Jackson Browne und Tom Waits fort. Was mit den Vorgängeralben Messenger und The Great Despiser begann, erfährt auf Windfall seinen vorläufigen Höhepunkt. Natürlich bleibt sich der bald 31-jährige Musiker auf seinem dritten Album weitgehend treu und führt den eingeschlagenen Americana-Folk-Weg konsequent weiter. Sein von Dichtern und Erzählern inspiriertes Storytelling wird auf Windfall um die Nuance eines Pianos erweitert und erreicht noch intimere Songwriter-Dimensionen als auf den ersten beiden Platten. Aus Greenbelt, Maryland stammend, zog es Joe Pug über North Carolina und Chicago (wo er als Zimmermann arbeitete) nach Austin, Texas. In Lexington, Kentucky nahm er die zehn Songs für Windfall auf, wollte die Musik möglichst authentisch und ohne viel Produktionshilfe auf Platte transportieren, was ihm gar vortrefflich gelungen ist.

Unaufdringlich, aber mit Nachdruck in der Stimme beginnt das Album mit „Bright Beginnings“, Piano und dezente Gitarren-, Bass- und Schlagzeugbegleitung entfalten eine entspannte Atmosphäre, ohne an Tiefgründigkeit zu verlieren. Dunkler wird die Stimmung in „Veteran Fighter“, eine heulende Mundharmonika inklusive. Der Protagonist kämpft mit Müdigkeit und Schwermut, setzt seinen Weg aber unbeirrt fort. Ähnliche Stimmungsbilder evoziert „Stay And Dance“ und sehnsüchtig und ergreifend klingt die E-Gitarre in „The Measure“. Einem Trauermarsch ähnlich die verschleppte Rhythmik in „Great Hosannas“ und lediglich das anschließende „Burn And Shine“ entwickelt einen beschwingten Country-Roll, während „O My Chesapeake“ mit einer verzweifelten Pedal Steel aufwartet. „Windfallen“ barmend in schönster Ryan Adams-Tradition und „Pair Of Shadows“ die reinste Tom Waits-Lehre der sehr frühen Waits-Jahre. Das edle „If Still I Can’t Be Found“, mit Wilco-Mitglied Pat Sansone am Mellotron, beendet ein beeindruckendes Songwriter-Album. Den Namen Joe Pug sollte man sich merken.

„Windfall“ von Joe Pug ist am 06.03.2015 bei Loose Music / Rough Trade erschienen.

Isthmus Live Sessions: Joe Pug - "Burn & Shine"

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