Der Songwriter Joe Astray meldet sich eindrucksvoll mit dem neuen Album „Stories From The Upside Down“ zurück
von Gérard Otremba
Mit „Stories From The Upside Down“ schließt sich sozusagen ein Kreis in der Beziehung von Sounds & Books zu Joe Astray. Denn kurz vor Gründung, bzw. Namenswechsel zu S&B, lernte ich den damals noch in Hamburg lebenden Songwriter als Support von Ha Ha Tonka in der Astra-Stube kennen (siehe Review). Es folgte ein Portrait des aus Freiburg stammenden Musikers sowie diverse Berichte über das Schaffen des 1986 in Sydney, Australien, geborenen Liedermachers in den zehn Jahren des Bestehens von Sounds & Books. Dass Joe Astray seitdem noch immer den Status des stetigen Geheimtipps innehat, liegt wahrlich nicht an seiner Musik und seinem Auftreten.
Joe Astray im Studio Nord
Das mich vor elf Jahren an Chuck Ragan erinnerte. Und wer mal eines seiner Konzerte erlebt hat, weiß, zu welch voluminösen Stimme Joe Astray fähig ist. Auf seinem neuen Album „Stories From The Upside Down“ steht Astrays Stimme ebenfalls im Mittelpunkt, gar nicht als Shouter, sondern zurückhaltender im Dienste des Storytelling. Wobei zurückhaltender nicht weniger überzeugend bedeutet. Neun neue Songs befinden sich auf „Stories…“, Gitarre und Piano reichen häufig als Begleitung, hier und da ein dezentes Schlagwerk. Aufgenommen hat Astray die Platte mit Unterstützung seines langjährigen Wegbegleiters, Produzenten, Songwriters und Schlagzeugers Gregor Henning (u.a. Bela B., Die Sterne) im Bremer Studio Nord.
Raus aus den Konventionen
Mit dem melancholisch-verträumten „Welcome To Panama“, einer Art Flucht aus dem alltäglichen Wahnsinn, beginnt das Album, bevor zwei Beatles-Verweise in einer Zeile („Eight days a week you’ve been working like a dog“) das solidarische „The Right To Live Between The Line“ einläutet („No one dies alone tonight“). Und ein Kneipenklavier spielt dazu. Im von Sounds & Books als Song des Tages vorgestellten „Monkey Shoulders“ wirbt Astray für mehr Entschleunigung und dem Ausbrechen aus bestehenden Konventionen und unterstreicht sein Anliegen mit trickreichen Rhythmuswechsel. „Stories…“ endet mit „Forever Futility, Futility Forever“, einer Hymne an die Liebe zur Leidenschaft, in diesem Fall zur Musik. Ein Aufgeben scheint trotz aller Steine im Weg auch für Joe Astray nicht die Lösung zu sein. Da ziehen wir voll mit. Schönes Album, dessen Songs noch im Dezember live aufgeführt werden, darunter am 19.12.2025 im Turmzimmer des Hamburger Uebel & Gefährlich.
„Stories From The Upside Down“ erscheint am 05.12.2025 bei La Pochette Suprise. Weitere Informationen sind auf der Homepage des Künstlers erhältlich. (Beitragsbild-Credit: Sevensix)
