
The Waltons: Rocking Around The Christmas Tree – Song des Tages
20. Dezember 2025
Alben des Jahres 2025 von Sebastian Meißner
20. Dezember 2025„Endless Wellness“: Joe Astray und The Green Apple Sea beim Tour-Abschluss im Turmzimmer des Uebel & Gefährlich
Text von Gérard Otremba, Fotos von Michelle Kessler und Gérard Otremba
Elfeinhalb Jahre ist es nun her, als ich Joe Astray erstmals begegnete, damals als Support von Ha Ha Tonka in der Astra-Stube. Der im fernen Sydney, Australien, geborene und in Freiburg aufgewachsene Songwriter war damals noch recht neu in Hamburg und wohnt in der Zwischenzeit wieder etwas weiter südlich, in Karlsruhe. Aber immer wieder schön, wenn der bald 40-Jährige mit seiner Musik in Hamburg aufschlägt. Wie am 19.12.2025 im Turmzimmer des Uebel & Gefährlich. Im Gepäck hatte er die Songs des vor zwei Wochen bei La Pochette Surprise veröffentlichten Albums „Stories From The Upside Down“.
The Green Apple Sea als Opening Act
Mitgebracht hat Joe Astray nicht nur zu meiner großen Freude auch The Green Apple Sea als Opening Act, vertreten durch Sänger und Gitarrist Stefan Prange sowie Frank Theismann am Kontrabass und Backing Vocals. Die beiden Musikanten aus Nürnberg kennen sich schon aus ihrer gemeinsamen Jugendzeit aus dem Emsland, machen seit 36 Jahren zusammen Musik, seit 1998 unter dem Namen The Green Apple Sea auch beide Arten von Musik, Country & Western, wie Prange in Anlehnung an die Blues Brothers augenzwinkernd meinte. Sie können auch Folk, Americana und Folk-Rock – und das richtig gut. Leider raffen sie sich nur alle acht Jahre zu einem neuen Album auf. 2018 erschien das von Sounds & Books besprochene „Directions“, am 20.02.2026 folgt das neue Werk „Dark Kid“.
The Green Apple Sea spielten ein schönes Potpourri an alten und neueren Songs und allein Pranges Geschichten zu den Liedern sind das Eintrittsgeld dieser Konzerte wert. Ob die Vater-Sohn-Story vor „Satan Is My Father“ oder der Belgien-Bezug zu „Satellite Wings“, stets hatte Prange den Schalk im Nacken sitzen. Wir freuen uns schon auf die kommende Platte, Review folgt.
Joe Astray und die alte Heimat
Geschichten erzählte anschließend auch Joe Astray. Geschichten vom Unbill des Tour-Lebens, die von harten Zeiten für weniger bekannte Musiker wie ihm zeugten, wenn Auftritte mangels schleppendem Vorverkauf kurz vor der Absage stehen, oder mehr als gewöhnungsbedürftige Locations bespielt werden. Das Turmzimmer im Uebel & Gefährlich zählte auf der Tour nicht dazu, dort übte Joe Astray früher einen seiner Nebenjobs aus, alte Heimatgefühle kamen hoch. Als Motto für den Abend gab er „Endless Wellness“ vor, das hatten sich aber auch alle Anwesenden voll verdient. Astrays Singer-Songwriter-Folk mit dem Punk im Herzen zündete auch live, von ihm mal sanft und mal angriffslustig präsentiert.
Mit wunderbaren neuen Songs wie „The Right To Live Between The Lines“, „A Fire In The Ice“ oder „Monkey Shoulders“ und älterem Material wie „Circus“ trumpfte der sich selbst in „Circular Quay“ (Stadtteil von Sydney, in dem er 1986 geboren wurde) als wurzellos bezeichnende Musiker auf. Am Ende standen auch The Green Apple noch mal auf der Bühne und zu dritt spielten sie eine wunderschöne Version des Townes-Van-Zandt-Klassikers „I’ll Be There In The Morning“. Feiner hätte man das Konzert nicht beenden können.



























