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1. Oktober 2025Ein Blues-Soul-Supertalent zieht seine erste Karriere-Bilanz – und das gleich mit einem üppigen Live-Album. Jesper Munk kann es sich leisten.
von Werner Herpell
Das nennt man dann wohl einen Ritterschlag: Mit gerade mal 33 zwischenbilanziert der schon lange als Supertalent gehandelte, aber zum Glück nie am Mainstream orientierte Münchner Singer-Songwriter Jesper Munk sein Schaffen – und das gleich mit einem Live-Doppelalbum, auf dem ihn hälftig das renommierte Deutsche Filmorchester Babelsberg und seine Band The Cassette Heads begleiten. Und ob nun mit wuchtigen, sinfonisch aufgeladenen Arrangements oder eher reduziert mit kleinerer Besetzung – immer faszinieren Munks reife Musikalität, die einen viel älteren, erfahreneren Künstler vermuten läst, und seine eindringliche Soul-, Blues- und Popcrooner-Stimme.
Ein opulenter, erhabener Sound
Die erste Platte (CD oder Vinyl) von „Best Of … Live“ entstand 2019 im Potsdamer Nikolaisaal in Zusammenarbeit mit dem berühmten Babelsberg-Orchester, dessen Wurzeln bis ins Jahr 1918 zurückreichen und das an über 1000 Filmmusikproduktionen, aber auch immer wieder an Pop-Projekten (Peter Fox, Udo Jürgens, Keimzeit, Calexico und viele mehr) teilnahm. Munk, Sohn einer Dänin und des deutschen Musikers/Journalisten Rainer Germann, lässt sich mit seinem gefühlvollen Gesang dankbar in das cineastische Sound-Ambiente fallen, die teils opulenten Streicher geben Liedern wie „Easy“, „Morning Coffee“, „Why Worry“ oder „Stranger“ eine wunderbare Erhabenheit.
Im ruppigen Garagen-Swing von „Reeperbahn“ indes ahnt man, dass neben Marvin Gaye auch Tom Waits zu den Vorbildern dieses tollen Sängers gehören dürfte. Er kann es einfach, ob raspelig-rau oder smooth-soulig – und das Orchester bedrängt diese famose Stimme nicht, sondern lässt sie noch heller glänzen. „Es war mir wie als wäre jeder meiner Songs von einer Art Heimvideo zu einem Kinofilm erwacht“, erinnert sich Jesper Munk an das umjubelte Potsdamer Konzert. „Die Erinnerung an den Abend fühlt sich immer noch sehr nach einem Traum an.“ Er sei „so dankbar für die Empathie, die überraschenden Arrangements von Max Knoth und für die makellos gefühlvolle Darbietung des Babelsberger Filmorchesters. Endlich gibt es einen Beweis dafür, dass das alles so passiert ist.“
Für Jesper Munk schließt sich ein Kreis
Die andere Seite von Jesper Munk, die des souveränen Bandleaders und coolen Club-Performers, lässt sich auf der zweiten Hälfte des Doppelalbums ebenfalls mit einem 10-Track-Rückblick nachhören. Mit The Cassette Heads begeisterte er das Publikum in der ausverkauften Münchner „Milla“ und im „Lux“ in Hannover – vom Opener „Clean“ (aus seinem zweiten Album „Claim“, das Anfang September in einer Vinyl-Neuauflage erschien) bis zum Closer „Yesterdaze“ (Titelsong der sehr eigenständigen 2024er R&B/Jazz/Blues-Platte „Yesterdaze“, die auch bei Sounds & Books bestens ankam).
„Die Cassette Heads zu finden, war von Anfang an wie eine Art musikalischer Heimkehr“, so Munk. „Ein Live-Album herausbringen zu können, auf dem das Orchester wie auch meine guten Freunde und Kollegen hörbar sind und meine Lieder interpretieren, schließt einen mir sehr bedeutenden Kreis“, betont der 33-Jährige. „Nostalgie und Neues, kein Widerspruch bei Jesper Munk. Sondern genau die Flamme, die er von Auftritt zu Auftritt weiterträgt“, schreibt die Plattenfirma zu dieser gelungenen Live-Retrospektive, die für die Zukunft eines der besten deutschen Pop-Sänger noch viel Großes erwarten lässt. Zunächst mal bei seiner Tournee, die am 09.10.2025 im Waschhaus Potsdam beginnt und am 29.11.2025 im Berliner Frannz-Club endet.
Das Album „Best Of … Live“ von Jesper Munk erscheint am 03.10.2025 bei JUNK Records. (Beitragsbild von





