Jerry Leger: Nothing Pressing – Albumreview

Jerry Leger: Nothing Pressing – Albumreview

Eine großartige Mischung aus bandverstärkten Folk-Rock-Hymnen und intimen Singer-Songwriter-Stücken des kanadischen Musikers Jerry Leger

Im Alter von 19 Jahren veröffentlichte Jerry Leger 2005 sein selbstbetiteltes Debütalbum, dem weitere neun Studio-Alben folgten. Zuletzt das von Sounds & Books rezensierte „Time Out For Tomorrow“ sowie während der Corona-Lockdown-Phase das Überraschungsalbum „Songs From The Apartment“. Seit 2014 steht der kanadische Songwriter beim Cowboy-Junkies-Label Latent Records unter Vertrag. Deren Gitarrist Michael Timmins hat „Nothing Pressing“ wie schon den Vorgänger produziert und beim Titeltrack die Ukulele beigesteuert. Erneut mit an Bord ist seine Begleitband The Situation mit Don Mock am Bass und Kyle Sullivan am Schlagzeug. Auch Gitarrist Tom Bovaconti und Sängerin Angie Hilts trugen ihren Beitrag zu den Aufnahmen von „Nothing Pressing“ bei.

Einer der schönsten Songs, die Neil Young nie geschrieben hat

Jerry Leger Nothing Pressing Cover Latent Recordings

Nach wie vor bewegt sich Jerry Leger im Spannungsfeld zwischen The Band, Bruce Springsteen, Roy Orbison, Neil Young, Bob Dylan, Townes Van Zandt und Tom Petty. Elf Songs befinden sich auf seiner neuen Platte, eine großartige Mischung aus bandverstärkten Folk-Rock-Hymnen und intimen Singer-Songwriter-Stücken. Im allein eingespielten „Underground Blues“ klingt der 36-Jährige wie Bob Dylan auf „Time Out Of Mind“ mit Verweisen auf Buffalo Springfield, während „Recluse Revisions“ zu den schönsten Songs gehört, die Neil Young nie geschrieben hat. Der getragene Schlagzeugrhythmus, der Mundharmonika-Einsatz und der sehnsüchtig-hymnische Chorus lassen das Herz eines jeden Genre-Fans höher schlagen.

Jerry Leger gelingt der Brückenschlag von Roy Orbison über Gram Parsons bis Bruce Springsteen

Das von uns als Song des Tages vorgestellte „Have You Ever Been Happy?“ sowie „Kill It With Kindness“ sind überschwänglich-mitreißende, schwärmerische Rocksongs, denen der Brückenschlag von Roy Orbison über Gram Parsons zu Bruce Springsteen gelingt. Man kann sich da gar nicht satt genug hören. „Wait A Little Longer“ indes erfreut jeden Ron-Sexsmith-Romantiker in uns. Jerry Leger beherrscht einfach die große Klaviatur der klassischen Songwriter-Folk-Rock-Americana-Rock’n’Roll-Schule. Der Country-Schunkler „A Page You’ve Turned“ berührt bei ihm nicht minder wie die karg instrumentierten „Nothing Pressing“ und „Sinking In“. „Time Out For Tomorrow“ war ja schon ein überwältigendes Album, aber „Nothing Pressing“ toppt seinen Vorgänger um eine weitere Nuance.

„Nothing Pressing“ von Jerry Leger erscheint am 18.03.2022 bei Latent Recordings. (Beitragsbild von Laura Proctor)

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