Jenobi: Patterns – Albumreview

Jenobi: Patterns – Albumreview

Als Jenobi wandelt Jenny Apelmo auf den Spuren von Feist

Jenny Apelmo ist natürlich längst keine Unbekannte. Jedenfalls im Hamburger Musikraum. Vor zehn Jahren setzte sie sich in einen Zug von Göteborg nach Berlin, wollte dort ein paar Monate bleiben und landete als Bassistin bei der Hamburger Indie-Folk-Rock-Band Torpus & The Art Directors, mit der sie im Verlauf der Zeit die drei Alben „From Lost Home To Hope“, „The Dawn Chorus“ und zuletzt 2017 „We Both Need To Accept That I Have Changed“ einspielte. Unter dem Namen Felicia Försvann veröffentlichte Apelmo 2016 die mit wunderhübschen Folk-Pop-Songs versehene EP „Pretty Confused, Walking Home With No Shoes“. Den Moniker hat Apelmo wieder abgelegt, auch weil viele dachten, Felicia Försvann sei ihr richtiger Name.

Von Felicia Försvann zu Jenobi

Jenobi Patterns Cover Grand Hotel van Cleef

An der Musik für ihr neues Projekt Jenobi arbeitete Apelmo drei Jahre lang. Für die Aufnahmen des Debütalbums erhielt sie von Schlagzeuger Felix Roll (Torpus & The Art Directors) und Sönke Torpus an den Tasten Unterstützung, die restlichen Instrumente spielte Apelmo selbst ein. Mit der Wandlung von Felicia Försvann zu Jenobi änderte Jenny Apelmo auch ihren Stil. Der reine Folk-Pop-Schönklang weicht zugunsten eines dunkleren Sounds mit introspektiven Texten. Songwriterinnen wie Feist oder Lykke Li kommen hier als Reverenz in Frage. Oder auch Patti Smith, an die Apelmo im zumeist als Spoken-Word-Performance vorgetragenen Opener „Intro“ erinnert und wo sie sich mit ihren inneren Dämonen auseinandersetzt. Neben Jenny Apelmos angenehmer Stimme ist Felix Rolls zwischen Mick Fleetwood und Glenn Kotche changierendes Schlagzeugspiel charakteristisch für den Indie-Rock-Sound von Jenobi.

Album-Highlights

Wenngleich die Tracks von „Patterns“ deutlich von der Rhythmik geprägt sind, verzichtet Apelmo nicht auf schöne Klänge. Das melancholisch-schwermütige Titelstück dient hier als genauso gutes Beispiel wie das fragil-dezente „Awake With The Walking Dead“. Sogar im expressiven, von Sounds & Books an dieser Stelle vorgestellten „Turn Off The Light“ verbirgt sich Anmutiges hinter der rauen und wilden Schale. Als weitere Highlights entpuppen sich das perkussiv wirbelnde „Hundred Times“ sowie das geradezu fröhlich-verspielt anmutende, mit Popappeal versehene „Where Do You Always Run To?“. Ein Debüt, das die Lust auf mehr Jenobi-Musik weckt.

„Patterns“ von Jenobi erscheint am 18.09.2020 bei Grand Hotel van Cleef / Indigo. (Beitragsbild: Credit: By The Sea Photography)    

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jenobi - Hundred Times (Official Video)

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