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14. Januar 2026Entschleunigung als Kunstform: Auf ihrem selbstbetitelten dritten Album inszeniert die Amerikanerin Jana Horn ihren Indie-Folk oft in Zeitlupe, wirkt dabei aber selbstsicherer als zuvor.
von Carsten Wohlfeld
Jana Horn ist eine Meisterin der Reduktion. Auf ihrem feinen Debütalbum „Optimism“ jonglierte die amerikanische Singer/Songwriterin mit mehrdeutigen Emotionen und unbewussten Bildern und formte daraus wie hingetupft anmutende Lieder im Folk-Dunstkreis, die bisweilen wie ein Hauch von nichts wirkten. Auch auf dem 2023 erschienenen Nachfolger „The Window Is A Dream“ gab sie sich textlich enigmatisch und poetisch, ließ bei der Instrumentierung aber mehr Band-Feeling zu.
Aufgewachsen ist Horn im stark religiös geprägten Umfeld der
2700-Seelen-Gemeinde Glen Rose in Texas, wo Popmusik für sie nur in Form von ein paar Greatest-Hits-Alben existierte. Nach der Schule ging sie nach Austin, Texas, um das College zu besuchen, und tauchte dort in die schillernde Szene der selbsternannten „Musikhauptstadt der Welt“ ein. Nach einem Zwischenstopp in Virginia lebt sie inzwischen in Brooklyn, und das scheint nicht nur ihr persönlich, sondern auch ihrer Musik gutzutun. Die Entscheidung, ihr drittes Album nach sich selbst zu benennen, zeugt von der ruhigen Selbstsicherheit einer Künstlerin, die inzwischen ihren eigenen Sound gefunden hat.





