Jan Delay: Earth, Wind & Feiern – Albumreview

Jan Delay: Earth, Wind & Feiern – Albumreview

Mit „Earth, Wind & Feiern“ liefert Jan Delay sein bisher stärkstes Album ab

Solo-Album Nr. 1 nach der Beginner-Reunion und der „Rockplatte, auf die keiner Bock hatte“: Jan Delay ist zurück. Schon die beiden Vorabsingles „Intro“ (frischer Offbeat) und „Eule“ (das so klingt, wie man sich die letzte Jamiroquai gewünscht hätte) waren amtliche Ansagen. Aber hält das Album diese Versprechen? Durchaus. Denn die Vielseitigkeit dieser Platte ist beachtlich. „Earth, Wind & Feiern“ vereint von Reggae, Disco, Trap, Afrobeats, Ska und Dub über Funk, Hip-Hop, Rock bis zu LatinX-Riddim alle möglichen Einflüsse.

Zwischen Bounce-Monster und Großraumdisko-Funk

Jan Delay Earth Wind & Feiern Cover Vertigo Berlin

Der Chefstyler lässt sich und seiner Crew freien Lauf. „KinginmeimDing“ features Summer Dem und ist ein sommertaugliches Bounce-Monster. „Alexa“ mit Synth-Streichern und „Could you be loved“-Gitarre schlägt dann ruhigere Töne an. Die von uns als Song des Tages vorgestellte Besorgte Bürger-Orfeige „Spass“ mit Beginner-Buddy Denyo ist Großraumdisko-Funk. „Wassermann“ hätte auch aus der Feder von UB40 kommen können. Die Ballade „Zurück“ ist garniert mit Marriachi-Bläsern.

Jan Delay und die neue Frische

„Earth, Wind & Feiern“ ist aber mehr als eine interessante Referenz-Platte, die Spaß macht. Jan Delay ist musikalisch weise geworden und schöpft bei den neuen Tracks aus der Erfahrung zahlreicher Live-Shows und Projekte. Das lässt das Album trotz aller Vielfältigkeit wie aus einem Guss klingen. Und noch ein Faktor spielt eine Rolle: Die Frische und der Spaß, die zuletzt etwas verloren schienen, sind hier wieder omnipräsent. Dies hier ist Musik mit weltoffenem Geist und dem klaren Auftrag, den trüben Zeiten etwas Gewichtiges entgegenzusetzen. Die Hitdichte ist enorm. Und auch thematisch greift Delay wieder an, nimmt offen Stellung zu politischen Verwirrungen, der gesellschaftlichen Spaltung, dem Selbstoptimierungswahn oder beschreibt die Schwere des Abschieds von der Familie, wenn’s mal wieder auf Tour geht. Das alles ohne mahnenden Zeigefinger, sondern mit dem Stax-Finger.

Mit „Earth, Wind & Feiern“ ist Jan Delay nicht einfach zurück in der Spur. Er erfindet sich unter Verwendung altbekannter sowie frischer Stilmittel neu und erreicht so ein höheres Level. Sein bisher stärkstes Album

„Earth, Wind & Feiern“ von Jan Delay erscheint am 21.05.2021 bei Vertigo Berlin / Universal Music. (Beitragsbild von Thomas Leidig)

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