
Reinhard Kaiser-Mühlecker: Brennende Felder
6. Dezember 2024
Claire My Flair: Newborn Baby – Song des Tages
7. Dezember 2024Endlich erschienen: Die großartige Session des dänischen Gitarristen Jakob Bro mit einer hochkarätig besetzten Star-Band aus 2014
von Sebastian Meißner
Was ist nicht alles über diese Session gemutmaßt worden. Ist ja klar, dass das Interesse riesig ist, wenn sich fünf so hochkarätige Jazzer zusammentun. Dass die Aufnahmen der Gitarristen Jakob Bro und Bill Frisell, dem Saxofonisten Lee Konitz, dem Pianisten Jason Moran, dem Bassisten Thomas Morgan und dem Schlagzeuger Andrew Cyrille bislang aber nicht zu hören waren, machte die Fachwelt umso neugieriger. Jetzt – gut zehn Jahre, nachdem diese Aufnahmen in den Avatar Studios in New York entstanden, – werden sie nun endlich unter dem Titel „Taking Turns“ veröffentlicht. Und das Ergebnis ist schlicht umwerfend.
Dream-Team-Band
Dabei sind Dreamteam-Bands nicht per se ein
Qualitätsgarant. Platzhirscherei, Wettbewerbsgedanken oder fehlende Abstimmungen können solche Projekt schnell auch an die wand fahren. Nicht so hier. Das liegt zum einen an den in ihrer Klarheit und Emotionalität brillanten Kompositionen von Jakob Bro und zum anderen am kooperativen Ansatz der Band zur Umsetzung dieser Stücke. Anstatt der üblichen Praxis, dass Musiker sich gegenseitig übertrumpfen, indem sie laut, schnell oder technisch beeindruckend spielen, zeichnet sich diese Gruppe durch eine auffällige Zurückhaltung aus. Die Musiker begnügen sich damit, so wenig wie nötig zu spielen, wobei sie sich auf das Gefühl und die Atmosphäre konzentrieren, statt auf technische Brillanz. Und dennoch – oder vielleicht gerade deshalb – treten sie auch als Einzelspieler in Erscheinung. Frisells unverkennbarer Gitarrenton prägt dieses Album ebenso wie Morans Pianopinselstriche, Konitz klarginge Melodien, Morgans unterstützende Tieftöne oder Cyrills vogelfreie Schlagzeugakzentuierungen. Das organische Spiel macht eine …





