Jade Jackson: Wilderness – Albumreview

Jade Jackson: Wilderness – Albumreview

Jade Jackson knüpft mit „Wilderness“ an ihr hervorragendes Debütalbum an

Mit „Gilded“ hat Jade Jackson vor zwei Jahren ein ziemlich makelloses, auch bei Sounds & Books besprochenes Americana-Country-Rock-Album veröffentlicht. Vergleiche mit Lucinda Williams lagen auf der Hand, von Talent konnte man, obwohl wir es mit einem Debüt zu tun hatten, kaum mehr sprechen, zu weit war die Songwriter-Qualität Jacksons fortgeschritten. Es blieb nur zu hoffen, die kalifornische Musikerin möge ihr Niveau annähernd halten. Das ist Jade Jackson auf dem erneut von Punkrock-Legende Mike Ness produziertem „Gilded“-Nachfolger erfolgreich gelungen.

Ein Unfall und die Folgen

Jade Jackson Wilderness Cover ANTI Records

„Wilderness“ beschäftigt sich inhaltlich mit einem schweren Unfall und seinen Folgen, den Jackson 2012, zwei Tage nach ihrem 20. Geburtstag, erlitt, als sie bei einer Klettertour von einer Seilschaukel fünf Meter in die Tiefe stürzte und auf einem Felsen aufprallte. Eine Zeit lang war nicht klar, ob sie wieder gehen könnte. Eine Behandlung mit starken Schmerzmitteln, Depressionen, Essstörungen und Einsamkeit waren  unmittelbare Auswirkungen der Geschehens. Eine Zeit, die Jackson als „selbstmörderisch“ bezeichnet. Kraft und neues Selbstvertrauen tankte sie als Songwriterin, das Debüt folgte, die Aufarbeitung der Vergangenheit hob sich Jackson indes für „Wilderness“ auf. Zwölf neue Songs befinden sich auf dem Zweitwerk, das noch zugänglicher als das Debüt wirkt.

Bei Jade Jackson hat alles Hand und Fuß

Das hier bereits als Song des Tages vorgestellte „Bottle It Up“ eröffnet den Reigen, ein flotter Country-Pop-Track, höchst melodisch und überaus eingängig, Pedal Steel inklusive. Bei Jade Jackson hat alles Hand und Fuß, die Arrangements sind stets der Harmonie unterworfen. Die darf dann schon mal mit Indie-Flair vorwärtsrumpeln wie bei „City Lights“, oder perlende Gitarrenklänge in den Vordergrund stellt wie in „Don’t Say That You Love Me“. Roots-Rock-Gitarren, ein dumpfer Bass und staubtrockene Drums prägen „Now Or Never“, ein sehr poppiger Refrain mit Orgelunterstützung stellt die Harmoniebedürftigkeit wieder her. Die edle und sehnsüchtige Ballade „Dust“,  das dramatische „Loneliness“, das zwischen Vorwärtsdrang und Liebreiz changierende „Wilderness“, das hymnische „Tonight“ sowie das hypnotisch anmutende „Secrets“ heißen weitere Highlights eines erneut wunderbaren Jade Jackson-Albums. Möge es immer so weiter gehen.

„Wilderness“ von Jade Jackson erscheint am 28.06.2019 bei ANTI- Records / Indigo (Beitragsbild von Matt Bizer).

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