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16. August 2025Herrlich verspielter afrokaribischer Jazz eines virtuosen wie eigenwilligen Duos
von Sebastian Meißner
Auf dem Cover tut Saxofonist Jacques Schwarz-Bart so, als würde er in die Phantasten hauen; Pianist Gregory Privat wiederum so, als würde er ein Saxofon halten. Schon dieses Foto verrät vieles über die Musik von „22“, dem ersten gemeinsamen Album der beiden afrokaribischen Jazzer. Nämlich, dass sie Humor hat, verspielt ist und dass ihre beiden Urheber gerne einmal die Melodie- und Rhythmusrollen tauschen. Den Titel wählten die beiden übrigens, weil sie beide an einem 22. Dezember geboren sind, mit einem Abstand von 22 Jahren, der eine auf Guadeloupe und der andere auf der Schwesterninsel Martinique.
Teamplayer im Dialog
Es ist dieser Blick für das Wunder im Alltäglichen, der die beiden eigentlich so artfremden Musiker so harmonisch miteinander spielen lässt. Beide sind Teamplayer, machen sich gegenseitig musikalische Räuberleitern und lotsen den jeweils anderen zwar immer aus der Komfortzone ins Unbekannte, gehen aber immer an seiner Seite. So entsteht ein inniges Vertrauensverhältnis, das beide zu herausragenden Performances inspiriert. Das gilt für die beschwingten Nummern (etwa das wundervolle „Sa Ké Alé“, „Eternal Flame“ oder „Dlo Pann“) ebenso wie für die tiefgründigeren und ruhigeren Nummern („Peace In The Middle East“ oder „Incantation“).
Schwarz-Bart und Privat klingen wie ein Orchester
Schwarz-Bart und Privat spielen flüssig, frei und miteinander. Sie suchen sich und die gemeinsame Stimme, sind permanent im Dialog und schaffen Symbiosen und so zu zweit Musik, die mächtig und ergreifend sein kann wie ein ganzes Orchester. Toll!
„22“ von Jacques Schwarz-Bart und Grégory Privat erscheint am 02.08.2025 bei Buddham Jazz. (Beitragsbild: Albumcover)





