Intergalactic Lovers, L’aupaire und Dorit Jakobs live in Hamburg

Charmante und charismatische Musiker in der Prinzenbar

von Gérard Otremba

Eine so faszinierende wie unterschiedliche und dennoch stimmige musikalische Mischung erleben die Gäste am 09.05. 2014 in der Hamburger Prinzenbar. Mit Dorit Jakobs, L’aupaire und den Intergalactic Lovers treten gleich drei Acts an diesem Abend in einer der coolsten Hamburger Location auf.

Nachdenkliche Songs in Liedermachertradition von Dorit Jakobs

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Foto: Dorit Jakobs

Den Abend eröffnet die Hamburger Songwriterin Dorit Jakobs, die gegen die Widrigkeiten der frühen Abendsunde zu kämpfen hat. Bereits eine Viertelstunde nach Einlass darf die aus Bremerhaven stammende Jakobs auf die Bühne und muss mit ihren Texten und der akustischen Gitarre gegen das doch relativ laute Gequatsche des zu diesem Zeitpunkt anwesenden Publikums singen. Dabei haben die nachdenklichen, reflektierenden, generationen- und gesellschaftsrelevanten Songs von Dorit Jakobs definitiv die Aufmerksamkeit aller verdient. „Erwarte nicht zu viel“, „Ich mag dich nur zur Hälfte“, „Die verlorene Welt“ und „Nichts zu tun ist unsere Rebellion“ sind pointierte und mehr als hörenswerte Songs, die in der klassischen Liedermachertradition ausdrucksstarker Texte stehen. Ein Album ist in Vorbereitung und wenn alles gut läuft, gibt es die Songs Ende des Jahres auf Platte zu hören.

Die zukunftsträchtige Formation L’aupaire

Mit der EP Indulás ist die Band L’aupair als Support der Intergalactic Lovers unterwegs. Sänger, Gitarrist und Songschreiber Robert Laupert verströmt die Aura eines Marc Bolan oder Jeff Buckley, an seiner Seite setzen Karsten Brudy an Gitarre und Steel Pedal sowie Jonathan Reiter an Drums und Melodica seine Weird-Indie-Country-Folk-Pop-Songs gekonnt in Szene. Laupert singt mit einem unfassbar amerikanisch gefärbten Timbre, und Songs wie „Rollercoaster“, „Always Travelling“, „Good Old Fashioned“ oder „Keep On Steppin‘ Boy“ zeugen von der Ausdrucksstärke und den Songwriterqualitäten Lauperts. Der Auftritt von L’aupaire begeisterte das Publikum in der Prinzenbar vollkommen zu recht. Die in Gießen aufgewachsenen jungen Herren spielen erst seit Oktober letzten Jahres in dieser, zweifellos zukunftsträchtigen Formation, unbedingt merken, den Namen L’aupaire.

Wunderbarer Indie-Pop und Shoegazer-Rock der Intergalactic Lovers

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Foto: Guy Kokken

Ihren bereits zweiten Longplayer stellten im Februar dieses Jahres die in Belgien beheimateten Intergalactic Lovers beim Hamburger Label Grand Hotel Van Cleef vor und so speist sich naturgemäß ein Großteil der Setlist ihres Konzertes in der Prinzenbar aus eben dem aktuellen Album Little Heavy Burdens. Frontfrau Lara Chedraoui besitzt eine beindruckende charismatische Bühnenpräsenz, die sie als Sängerin, Tänzerin und Banddirigentin vorführt. Zusammen mit Bassist Raf De Mey, Schlagzeuger Brendan Corbey, Gitarrist Maarten Huygens und dem Kölner Neu-Gitarristen und Keyboarder Philip Weiß präsentiert Chedraoui dem Publikum eine Stunde lang wunderbarsten, enthusiastischen Indie-Pop-Rock. Bei einigen Songs erinnern sowohl ihre Stimme, als auch die Kompositionen an die großartige Kanadierin Feist. „Fadeaway“, „Obstinate Heart“, oder auch „Shewolf“ vom ersten Album Greetings & Salutations sind die besten Beispiele und in „Disance“ und „Northern Rd.“ schimmert sogar Eddie Brickell durch. Nicht nur ihrer ersten, mit Hitpotential ausgestatteten Singleauskopplung „Islands“ haftet eine reizvolle und eingängige Catchyness an. Auch „Northern Rd.“, „No Regrets“ oder „Delay“ sind melodiegetränkte Indie-Pop-Hymnen, während „Lost Message“, „Sleep“ und „The Fall Pt.2“ die melancholische, sehnsüchtige Seite der Intergalactic Lovers aufzeigen. „Great Evader“, „War“, „Howl“ und die letzte Zugabe „Drive“ tendieren zum Shoegazer-Rock und entfalten prächtige Gitarrenwände. Die Intergalactic Lovers überzeugen als Band mit einer charmanten Sängerin und tollen Songs. Bitte bald wieder mehr davon.

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