
ZZ Top live in Hamburg 2026
3. Juli 2026
Blackbird Mantra: Indivisible – Song des Tages
4. Juli 2026„I Have A Dream“ versammelt auf fast 1000 Seiten einen spannenden Auszug amerikanischer Kulturgeschichte aus 250 Jahren
von Gérard Otremba
Dass ausgerechnet in die Präsidentschaft des reaktionären, mit der Tendenz zum Faschismus ausgestatteten Donald Trump der 250. Geburtstag der Vereinigten Staaten von Amerika fällt, stößt einem doch mächtig auf. Man möchte gar nicht so genau wissen, wie der 47. Präsident der USA den Unabhängigkeitstag am 04.07.2026 für die Zwecke seiner „MAGA“-Bewegung ausnutzt, die nun alle Hebel in Bewegung setzt, die Vereinigten Staaten zu spalten und die Verfassung des Landes auszuhebeln. Die Regentschaft Trumps kann nur als ein Affront gegen die Gründerväter der USA gesehen werden. Im Vergleich zu Trump waren George Washington, Thomas Jefferson und Benjamin Franklin wahre Revolutionäre.
Von der Unabhängigkeitserklärung bis zum Epitaph
Alle drei Letztgenannten kommen in „I Have A Dream“ zu Wort, einem im Mannesse-Verlag veröffentlichten, epochalen Buch über die 250 Jahre der Vereinigten Staaten von Amerika. Die Herausgeber Horst Lauinger und Stefan Wagner laden zu einem „Roadtrip in Stories, Geschichten, Songs, Essays, Reden, Briefen und Reportagen“ ein. Mithin ein Roadtrip durch das gute Amerika, das an Ideale wie Freiheit, Gleichheit und das Streben nach Glück glaubt und festhält. Der 960 Seiten dicke Band beginnt am 04.07.1776 im Kongress mit der Unabhängigkeitserklärung, vorgetragen von Thomas Jefferson, und endet mit dem schönen Kapitel „Famous Last and Next-to-Last Words. Einfälle vor der letzten Reise und Grabinschriften“, in dem u.a. das Epitaph von Benjamin Franklin abgedruckt ist, das er im Alter von 22 Jahren vorsorglich selbst verfasst hat. Dazwischen befinden sich Texte und Einlassungen von Politikern, Aktivisten, Geschäftsleuten, Philosophen, Dichtern, Schriftstellern und Musikern.
„I Have A Dream“ von Edgar Allen Poe bis Siri Hustvedt
Allein die Namen lesen sich wie das who is who der US-amerikanischen Kulturgeschichte. Edgar Allen Poe, Abraham Lincoln, Cornelius Vanderbilt, Walt Whitman, Herman Melville, Harriet Beecher Stowe, Emily Dickinson, Jack London, Edith Wharton, Gertrude Stein, Amelia Earhart, Patricia Highsmith, John Steinbeck, John Irving, James Baldwin, Nina Simone, John Updike, Bob Dylan, Paul Auster, Lou Reed, Susan Sontag, T.C. Boyle, Kurt Cobain, Jonathan Franzen und Siri Hustvedt – nur um einen kleinen Einblick in die Galerie berühmter Textlieferanten für dieses nach den berühmten Worten von Martin Luther King betitelten Buch zu gewähren. Die Kultur wäre so viel ärmer ohne diese Menschen.
Der Traum lebt weiter
Und irgendwie wird man das Gefühl nicht los, „I Have A Dream“ als einen Hort des Widerstands gegen falsche politische Tendenzen, oder zumindest als einen Sammelband der Gegenkultur zu verstehen. Des Weiteren trägt eine Riege an großartigen Übersetzern wie Andrea Ott, Klaus Modick, Jo Lendle, Thomas Überhoff, Bernhard Robben oder Eva Hesse einen wesentlichen Beitrag zur Faszination von „I Have A Dream“. Tauchen Sie ab in die Kulturgeschichte und Chronik Amerikas, dieses Buch dient als wunderbarer Begleiter, samt Zeittafel mit den wichtigsten historischen Ereignissen und einem Nachwort der Herausgeber. In „I Have A Dream“ lebt der amerikanische Traum weiter. Ein prächtiges Buch, ideal als Geburtstags- oder Weihnachtsgeschenk.
„I Have A Dream – 250 Jahre Vereinigte Staaten von Amerika“, Manesse, Hardcover, 960 Seiten, 978-3-7175-2591-2, 40 Euro. (Beitragsbild: Buchcover)





