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10. April 2026Ein Pop-Album mit Suchtfaktor: Holly Humberstone macht mit ihrem zweiten Album „Cruel World“ den nächsten Karriereschritt
von Gérard Otremba
Bereits die 2020 veröffentlichte erste EP „Falling Asleep At The Wheel“ zeigte das in Holly Humberstone steckende Potential. Als „hoffnungsvoll“ bezeichnete ich damals die britische Songwriterin, die es drei Jahren dann mit dem Debütalbum „Paint My Bedroom Black“ bis auf Platz 5 in den heimatlichen UK-Charts schaffte. Vergleiche mit Lorde, Phoebe Bridgers, Birdy oder auch Stevie Nicks machten die Runde. Und dann spielte sie auch noch im Vorprogramm von Olivia Rodrigo und Taylor Swift (aber auch im Hamburger Knust, Sounds & Books berichtete). Namen, die entweder erdrückend oder anspornend sein können. Für Holly Humberstone definitiv anspornend, denn auf ihrem zweiten Album denkt die 1999 in Nottingham geborene und in Lincolnshire aufgewachsene Songwriterin in eben solchen Dimensionen, wie man sie von Rodrigo, Swift oder auch Haim und Billie Eilish kennt.
Holly Humberstone zwischen Disco und Abgrund
Und das macht Holy Humberstone richtig gut. Bereits die von Sounds & Books zum Song des Tages gekürte Vorabsingle „To Love Somebody“ war getränkt von Catchiness, die jedem Pop-Fan die Tränen der Freunde in die Augen trieb. Eingängig, groovy und ausgestattet mit dem unwiderstehlichen Hit-Punch. Und davon gibt es noch mehr auf „Cruel World“. Beim Titeltrack glitzert die Disco-Kugel, allerdings steht Humberstone relativ allein auf der Tanzfläche („It’s a cruel world without you, baby“). Es schwingen immer auch die verzweifelten Abgründe bei Humberstone, die soweit führen, dass sogar der Wunsch nach einem glücklichen, gemeinsamen Tod in „Die Happy“ hochkocht. Mithin eine wunderschöne Ballade. Als einer ihrer schönsten Songs erweist sich „White Noise“, eine melancholische und herzergreifende Midtempo-Nummer. Aber auch dem feinsinnigen Folk in „Lucy“, dem edlen, countryesken Pop bei „Drunk Dialling“ sowie der Piano-Ballade „Peachy“ hinterlässt Humberstone einen sehr guten Eindruck. Ein Pop-Album mit Suchtfaktor.
„Cruel World“ von Holly Humberstone erscheint am 10.04.2026 bei Polydor / Universal Music. (Beitragsbild von Silken Weinberg)





