Hey Jetman: I Go Out – Album Review

Hey Jetman: I Go Out – Album Review

Melting Pop aus Berlin

I Go Out ist das Debütalbum der Berliner Band Hey Jetman, die aus einer Idee des umtriebigen Schlagzeugers und Songwriters Martin Krümmling erwachsen ist. Krümmling studierte Jazz in Berlin und New York. Er arbeitete bereits mit zahlreichen Jazzmusikern wie Ed Partyka oder Dan Tepfer und ist in diverse Musikprojekte unterschiedlichster Stilrichtungen von Modern Jazz bis Rock eingebunden. Und so ist es kaum verwunderlich, dass die Einflüsse auf I Go Out so zahlreich wie vielfältig sind. Am besten lasse sich ihr Stil als Melting Pop beschreiben, so Martin Krümmling. Ein schönes Bild, das gleichermaßen die Herkunft verschiedener Genres wie das Kombinieren und Verschmelzen musikalischer Fertigkeiten und Techniken in den Blick rückt. Neben Krümmling bilden Gitarrist Yusuf Sahilli, der vor allem durch sein Spiel auf der Pedal-Steel-Gitarre besticht, und Bassist Damian Giambazi den Kern der Band.

Bereits die im Sommer 2017 erschienene Single „Tinder And Tears“ brannte sich mit 80er Jahre Retro-Charme wie Zunder in den Gehörgang. Verspielt und ein wenig melancholisch heben Hey Jetman in diesem ‚Beziehungsstück’ in einen weiten Raum aus Klang und Hall ab. Beim Hören der insgesamt 10 Stücke kommt immer wieder ein Gefühl der Vertrautheit auf: New Wave- und New Romantic-Anleihen sorgen für das Wiedererkennen von vermeintlich Wohlbekanntem. Und doch klingen Hey Jetman eigen, frisch, dynamisch und niemals aus der Zeit gefallen. Ihre phantasievollen Arrangements, die Harmonien, Rhythmen und Melodien fügen sich zu einem ausgereiften und entspannten Pop-Erlebnis zusammen und man spürt die Spielfreude der Musiker, die trotz ihrer offensichtlichen Virtuosität niemals angestrengt, sondern relaxed wirken und alles zum Fließen bringen.

Neben den lässigen und tanzbaren Stücken wie „Up And Down“ und „Shadow Boy“ oder dem etwas sperrigen „People Watching“, das kraftvoll, im besten Sinne monoton und leicht schmutzig-elektronisch anmutet, zeigt sich insbesondere in den ruhigeren Songs das liebevolle und durchdachte Songwriting. So z.B. im sehnsuchtsvollen „Travelling“, einem Tagtraum, in dem die Vocals zu einer einnehmenden Stimmwand verschmelzen und wohldosierte Soundeffekte gepaart mit sanften Tastenklängen zu einer Reise ins Unbekannte einladen. Die Jazz-Wurzeln der Band treten am deutlichsten in „While It Shows“ zutage. Dabei umspielen sich Krümmlings Gesang und die Backing Vocals Giambazis in perfekter Harmonie. I Go Out ist ein gelungenes, anregendes Debüt und macht neugierig auf die anstehenden Club-Auftritte im Februar, bei denen Hey Jetman zeigen können, wie Melting Pop live funktioniert.

„I Go Out“ von Hey Jetman erscheint am 02.02.2018 bei Lametta / Believe Digital (Beitragsbild: Pressefoto Hey Jetman).

Hey Jetman - Tinder & Tears (official video)

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