
Pina Palau: Something Casual – Song des Tages
4. Februar 2026
Schramm: Something Smelling Funny
4. Februar 2026Ein Album wie ein offenes Herz: „Healing Songs“ zeigt den Jazzveteranen Henri Texier, der nochmal alles riskiert.
Henri Texier ist eine der prägenden Figuren des europäischen Jazz: Kontrabassist, Komponist, Bandleader, Klangpoet. Seit über sechs Jahrzehnten formt er Musik, die stets mehr sein will als Stilübung – politisch, spirituell, zutiefst menschlich. Und das Erstaunliche: Auch jenseits der 80 ist Texier nicht im Rückblick gefangen. „Healing Songs“ zeigt ihn als einen Musiker, der hungrig geblieben ist, neugierig, hochaktiv, mit wachem Blick auf Gegenwart und Vergangenheit zugleich.
Brennender Auftakt
Keine 90 Sekunden dauert es im Eröffnungsstück „Amazone Blues“, bis
Texier erstmals zum Kontrabass-Solo ansetzt – und damit das Feuer entfacht, das dieses Album durchzieht. Das Stück swingt, kocht, brennt an allen Enden. Die Energie ist körperlich spürbar, die Linien sind kantig, erdig, aufgeladen. In der Art, wie Bass, Ensemble und Komposition miteinander ringen, schwingt unüberhörbar der Geist von Charles Mingus mit: diese Mischung aus Urgewalt, Blues, Struktur und (un)kontrollierter Ekstase.
Alte Stücke, neues Leben
„Healing Songs“ versammelt zahlreiche Kompositionen aus Texiers rund 60-jähriger Karriere – neu aufgenommen, neu gedacht, neu belebt. Entscheidend dafür ist das neue Quintett, das Generationen und Temperamente verbindet. Mit dabei ist sein Sohn Sébastien Texier, außerdem Emmanuel Borghi (Piano), Gautier Garrigue (Schlagzeug) und Hermon Mehari (Trompete). Als prominenter Gast stößt Manu Katché hinzu, dessen präzise wie elastische Percussions dem Album zusätzliche Schärfe verleihen. Diese Besetzung spielt so üb…





