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11. Januar 2024Musik mit therapeutischer Note, verpackt in einschmeichelnden Folk-Wohlklang mit herbstlicher Färbung – Harrison Storm bleibt auch auf seinem lang erwarteten Debütalbum seinem Erfolgsrezept treu.
von Carsten Wohlfeld
„Be Slow“, der Titel von Harrison Storms erfolgreichstem Song, fasst die bisherige Karriere des australischen Überfliegers perfekt zusammen, denn eilig hatte es der grundsympathische Singer/Songwriter bislang nie. Fast ein Jahrzehnt ist seit den ersten Veröffentlichungen des früheren Straßenmusikers vergangen, sein LP-Erstling erscheint allerdings erst jetzt. In der Zwischenzeit generierten fünf seit 2015 veröffentlichte EPs reihenweise veritable Hits, die inzwischen allein auf Spotify stolze 350 Millionen Mal gestreamt wurden. Kein Wunder also, dass die zartbesaiteten
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Selbstfindungssongs, mit denen Storm schon in der Vergangenheit seine Suche nach mehr innerem Frieden akribisch nachgezeichnet hatte, nun auch auf seinem ersten Album im Mittelpunkt stehen.
Surfer-Dude mit Melancholie im Herzen
Obwohl er als sonniger Surfer-Dude an den malerischen Stränden der südlich von Melbourne gelegenen Mornington-Halbinsel groß geworden ist, präsentiert sich Storm auf „Wonder, Won’t You?“ als waschechter Romantiker, der viel Melancholie im Herzen trägt. Seine grüblerischen Gedanken und authentischen Emotionen übersetzt er in elegische Folk-Balladen, die klassisch anmuten, aber trotzdem nie altbacken klingen. Dafür sorgen nicht zuletzt dezent angelegte Loops oder Effekte und bei einigen Songs auch leise Elektronik-Elemente, mit denen Storm diese zehn ganz auf sein elegantes Gitarrenspiel und seine bisweilen geradezu sirenenhafte Stimme zugeschnittenen Akustik-Nummern subtil im Hier und Jetzt verankert. Im Spannungsfeld von schlichtem DIY-Geist und mainstreamiger Eingängigkeit ist er damit dem Zeitgeist ganz nah.
Harrison Storm als Trostspender in schweren Zeiten
Doch nicht nur klanglich trifft Storm den Nerv der Zeit, denn wenn er in seinen Liedern über die Lasten des postmodernen Lebens oder sein schwieriges Verhältnis zu seiner Familie sinniert, mischt sich unter sanfte Schwermut auch immer ein Hauch von Zuversicht und Hoffnung. Geschickt schlägt er damit den Bogen vom Intimen und Persönlichen hin zu einer allgemeingültigen positiven Botschaft, mit der er seinem Publikum selbst in schweren Zeiten Trost spendet und Mut macht, an sich selbst zu glauben und nie aufzugeben. Sein Album wird so zu einer in Töne gegossenen Umarmung.
„Wonder, Won‘t You?“ von Harrison Storm erscheint am 12.01.2024 bei Nettwerk. (Beitragsbild-Credit: Wilk)





