Hanni El Khatib: Head In The Dirt

Entfesselter Garagen-Rock von Hanni El Khatib

von Gérard Otremba

Da ist er! Der ultimative Indie-Tanz-Sommerhit 2013. Er heißt „Penny“ von Hanni El Khatib und ist auf dessen zweitem Album Head In The Dirt zu finden. Mit ausgelassener Spielfreunde verbreiten Sänger und Gitarrist Hanni El Khatib, Bassist Dan Auerbach, Keyboarder Bobby Emmett und Schlagzeuger Patrick Keeler größtmögliche gute Laune. „Penny“ hat ganz einfach den Schmiss der besten Franz Ferdinand-Songs. Hier erreicht Khatibs sonst eher ungestümer Garagen-Rock die legere Prise Pop, die den Song zwar immer noch im Indie-Pop-Rock verortet, aber schon längst in jedem Mainstreamradio gespielt werden müsste. Denn seien wir doch mal ehrlich. In einer besseren Welt wäre „Penny“ in allen Charts die Nummer eins. Vielleicht klappt es noch, vielleicht wäre es für Hanni El Khatib vor 40 Jahren einfacher gewesen. Denn irgendwo dort ist seine Musik am besten anzusiedeln. Dass Black Keys-Mastermind Dan Auerbach als Mitkomponist, Bassist, Gitarrist und Produzent seine Finger bei Head In The Dirt im Spiel hat, ist den Songs deutlich anzumerken. Fast ist man geneigt zu denken, er könne sich bei den Black Keys nicht mehr wirklich austoben, dermaßen roh und martialisch klingen Songs wie „Pay No Mind“, „Head In The Dirt“ oder „Nobody Move“. Der in Los Angeles lebende Hanni El Khatib knallt auf Head In The Dirt gewaltige Power-Garagen-Rock-Songs raus, die abwechselnd an die White Stripes, The Clash, MC5 oder Iggy & The Stooges erinnern. Und manchmal auch an Green Day oder gar Black Sabbath. „Save Me“ hingegen evoziert den Beat-Rock der frühem Kinks, Who und Rolling Stones, während in „Low“ eine Psychedelia-Orgel für den Sixties-Appeal sorgt. Elf Songs in 33 Minuten, die Ramones hätten ihre helle Freude an Head In The Dirt.

Head In The Dirt von Hanni El Khatib ist am 30.08.2013 bei Vertigo / Capitol / Universal Music erschienen.

 

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