
Marla Moya: Quiet Yearning – Song des Tages
3. Mai 2026
Death Cab For Cutie: Punching The Flowers – Song des Tages
4. Mai 2026Die Dekker-Woche in Hamburg: Nach Brookln Dekker nun Tony Dekker und seine Band Great Lake Swimmers
Text von Gérard Otremba, Fotos von Christoph Nagel
Musik des Zufalls hätte es Paul Auster wohl genannt. Zwei Dekker-Abende in kürzester Zeit in Hamburg. Am Donnerstag trat Bookln Dekker in der Großen Freiheit 36 auf (Sounds & Books berichtete), am 02.05.2026 Tony Dekker mit seinen Kollegen von Great Lake Swimmers im Betty. Die kanadische Indie-Folk-Rock-Band stellte dabei ihr im Oktober vergangenen Jahres veröffentlichtes Album „Caught Light“ vor. Doch bevor Songwriter, Sänger und Gitarrist Tony Dekker gemeinsam mit Colleen Brown (Bass, Keys, Gitarre, Backing Vocals) und Marshall Bureau (Drums, Bass, Backing Vocals) sich die Ehre gaben, war Zeit für Portland.
Portland als Support
Sonst in Bandstärke unterwegs, gab es diesmal ein Solo-Konzert von Mastermind Jente Pironet. Und wie er da stand mit Wuschelkopf und Gitarre, erinnerte er selbstverständlich an den Bob Dylan der Mittsechzigerjahre. Offensichtlich wurde der sympathische belgische Songwriter häufiger auf diese Ähnlichkeit angesprochen, wie er selbst zugab. Weshalb er prompt Dylans „Girl From The North Country“ in einer durchaus faszinierenden Version coverte. Aber auch das von uns bereits zum Song des Tages gekürte „Lay Me Down“ stand ganz zum Schluss auf der Setlist. Portland hat sich sicherlich viele neue Freunde erspielt, aber demnächst gerne auch mal mit ganzer Band in Hamburg, bitte.
Der melancholische Great-Lake-Swimmers-Folk-Rock
Als „the saddest saturday night ever“ kündigte Tony Dekker den Auftritt seiner Great Lake Swimmers an. Nun, so schlimm war es nun wirklich nicht. Ja, in seinen Songs behandelt er immer wieder zu hoch gesteckte Erwartungen oder verfehlte Ziele, und der Indie-Folk-Rock gehört sicherlich zu den melancholischsten des Genres, aber traurig verließ niemand nach 95 Minuten das Betty. Zu schön sind die Melodien und die Harmonien der seit über 20 Jahren in wechselnder Besetzung existierenden Band. Gilt auch für das aktuelle Album „Caught Line“, wie man schon zu Beginn bei „One More Dance Around The Sun“, „Wrong, Wrong, Wrong“ und „For You To Come Around“ zu hören bekam, nachdem das Trio das Konzert mit dem älteren „Still“ begonnen hatte.
Mit einigen kurzen Geschichten hielt Tony Dekker die Fans zwischen den Songs bei Laune, zwei Lieder, „Imaginary Bars“ sowie „Talking In Your Sleep“ aus dem Solo-Album „Prayer Of The Woods“, bot er solo dar, während der Chorus von „Pulling On A Line“ vom aufmerksamen Publikum nach Aufforderung Dekkers zum gemeinsamen Mitsingen genutzt wurde. Mit dem sanften Lullaby „Moving Picture Silent Films“ entließen die Great Lake Swimmers die verzückten Fans in eine warme Hamburger Mai-Nacht. So schön kann Indie-Folk-Rock sein.























