Grant-Lee Phillips: Lightning, Show Us Your Stuff

Grant-Lee Phillips: Lightning, Show Us Your Stuff

Unaufdringliche, aber tiefgehende Musik von Grant-Lee Phillips

Und so ist das manchmal Leben. Da erspielt sich Grant-Lee Phillips mit seiner Band Grant Lee Buffalo in den 90er-Jahren Kultstatus für eine überschaubare Fanbase, veröffentlicht anschließend regelmäßig gute Solo-Alben und vergrößert seinen Bekanntheitsgrad aber erst als Schauspieler in der erfolgreichen Serie „Gilmore Girls“. Die seitdem erschienenen Alben des amerikanischen Songwriters katapultierten sich zwar nicht in die US-Charts, aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Vielleicht gelingt Grant-Lee Phillips ein moderater Charterfolg nun mit „Lightning, Show Us Your Stuff“.

Grant-Lee Phillips lässt es ruhig angehen

Grant-Lee Phllips Lightning Show Us Your Stuff Cover Yep Roc Records

Es ist das zehnte Album des 57-jährigen, gebürtigen Kaliforniers und der Nachfolger des 2018 veröffentlichten und bei und an dieser Stelle rezensierten „Widdershins“. War der in Trio-Besetzung eingespielte Vorgänger noch geprägt von einigen lautstarken Rock-Songs, lässt es Phillips auf „Lightning, Show Us Your Stuff“ deutlich ruhiger und verhaltener angehen. Der von ihm produzierte Longplayer wurde im Lucy’s Meat Market Studio in Los Angeles unter Mitwirkung von Jenifer Condos (Bass), Eric Haywood (Pedal Steel, Gitarre), Danny T. Levin (Horn) und Jay Bellerose (Schlagzeug) aufgenommen. Neben dem Gesang steuerte Phillips auch Gitarre, Piano und Orgel hinzu. Zum Albumtitel inspirierte ihn übrigens ein Satz seiner jungen Tochter (“Come on lightning, show us your stuff”). In seinen Texten erzählt Grant-Lee Phillips Geschichten über die „leisen Leben der Menschen, die ringen müssen, um durchzuhalten, die versuchen, ihre Würde zurück zu erlangen und die gegen jenseits ihrer Kontrolle stehenden Kräfte kämpfen.“

Unspektakuläre, aber seelenvolle Musik

Diesen leisen Leben setzt Philipps mit ähnlich dezenter Musik ein Denkmal. Nur der skelettierte Swamp-Blues-Rock von „Gather Up“ springt etwas aus der Reihe der sonst im wunderbaren Schleichtempo mäandernden Songs. Die hier mit sanftem Pathos erklingen („Leave A Light On“, „Straight To The Ground“), da einen tänzelnd umschmeicheln („Ain’t Done Yet“), und dort an das Frühwerk von Tom Waits erinnern („Sometimes You Wake Up In Charleston“). Häufig denkt man jedoch, Jackson Browne und Bruce Springsteen (und Tom Petty, wäre er noch am Leben) hätten sich zum gemeinsamen Musizieren auf einer Veranda getroffen. Das ist zwar unspektakuläre, aber seelenvolle, unaufdringliche, aber tiefgehende Musik, der man lange zuhören kann.  

„Lightning, Show Us Your Stuff“ von Grant-Lee Phillips erscheint am 04.09.2020 bei Yep Roc Records. (Beitragsbild: Albumcover)     

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