Granada: Ge Bitte – Albumreview

Granada: Ge Bitte – Albumreview

Alles richtig gemacht: Schwungvoller Indie-Ösi-Pop-Rock von Granada

Frischen Wind brachte die Band Granada mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum vor knapp zwei Jahren in den Ösi-Pop. Den Spagat zwischen Hubert von Goisern und The Strokes muss man erst mal hinbekommen, dem Quintett aus Graz gelang dieses Kunststück ganz hervorragend. Die Catchyness ihres Erstlings haben sich Granada auf Ge Bitte bewahrt, den Sinn für griffige Melodien sogar erweitert. Die zwölf neuen Songs, die Thomas Petritsch (Gesang, Gitarre), Lukacz Custos (Gitarre, Gesang), Jürgen Schmidt (Bass, Gesang), Roland Hanslmeier (Schlagzeug) und Alexander Christof (Akkordeon, Gesang) für Ge Bitte aufgenommen haben, sind so lässig und charmant, dass man nicht umhinkommt, sich ganz schnell mit ihnen anzufreunden.

Granada Ge Bitte Albumcover KarmaramaUnd wenn ein Album noch in der ersten Sekunde mit dem Wort „Super“ beginnt, kann es nur positiv weitergehen. „Miad vom Tanzen“ ist Sänger Thomas Petritsch, lädt uns aber mit seiner Combo aber eben just dazu ein. Und zum Mitsingen, und sei es nur das Intonieren der emphatischen „Ahahah“-Backing-Chöre. Es ist sofort Schwung in der Granada-Bude, der mit dem bei Sounds & Books bereits als Song des Tages vorgestellten „Die Stodt“ weiter Fahrt aufnimmt und hier so prächtig vorwärtsgaloppiert, dass es einem beim Tanzen ganz schwindelig wird. Hymnische Hooks, treibender Beat  und ein legeres Akkordeon. Alles gut in der Indie-Pop-Rock-Welt.

Dass Thomas Petritsch als Texter auch mal zu kleinen Gemeinheiten fähig ist, zeigt er in „Berlin“, wenn er Grüße aus Graz an die Ex und ihren neuen Freund aus „scheiß Berlin“ schickt. Die verpacken Granada in einen munteren, kernigen und jubilierenden Folk-Punk. Kleine Reminiszenzen an die Beatles in „Marie“ machen den Song noch liebenswerter, der einen in seiner legeren Art sowieso sofort anspringt. Sehr schön auch der Früh-Sixties-Gitarren-Twang in „Mallorca im Regen“, die Straßenköter-Kneipen-Mentalität bei „Gin“, die Violent Femmes-Saloppheit in „Kopfverloren“ und das feierliche, auf Konzerten sicherlich für ein Lichtermeer sorgendes „Vom Herz kummt“. Granada haben auf ihrem zweiten Album Ge Bitte alles richtig gemacht.

„Ge Bitte“ von Granada erscheint am 22.06.2018 bei Karmarama / Sony Music (Beitragsbild: Granada by Carina Anti).

Granada - Berlin (offizielles Video)

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