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27. September 202550 Jahre „A Night At The Opera“ von Queen: Ein üppig bebildertes und gründlich recherchiertes Buch zum Album-Meilenstein von Gillian G. Gaar
von Sebastian Meißner
Als Queen im November 1975 “A Night At The Opera“, benannt nach einem Film der Marx Brothers, veröffentlichten, veröffentlichten, waren sie immer noch eher Geheimtipp als Superstars. Ihre ersten drei Alben hatten zwar eine treue, aber nur vergleichsweise kleine Hörerschaft erspielt. Die Tür auf die ganz große Bühne war noch nicht aufgestoßen (Das Vorgängeralbum „Sheer Heart Attack” hatte zwar mit “Killer Queen” und “Stone Cold Crazy“ durchaus Hits an Bord, blieb aber ein Übergangsalbum vom mystischen Heavy Metal der Anfangstage hin zum theatralischen Hardrock der Folgejahre).
„A Night Of The Opera“ sollte die Metamorphose erstmals in Vollendung vorführen. Es wird zu einem der wichtigsten, stilprägendsten und einflussreichsten Alben der Rockgeschichte. Hier war alles da, was die Musik und Karriere dieser Band auszeichnet. All der Pomp, die Extravaganza, die Virtuosität, der Pathos, die Originalität, der wilde Stilmix, der Kitsch und der Größenwahn. Und ihr größter Song, der all das in Perfektion vereint: „Bohemian Rhapsody“.
Im Epizentrum der Band
Ein halbes Jahrhundert nach der Erstveröffentlichung widmet nun die Autorin Gillian G. Gaar, bekannt für ihre Texte in Mojo, Rolling Stone und Goldmine der Band und diesem Album ein reich illustriertes Buch. Auf rund 170 Seiten schlägt sie den Bogen von der Gründung der Band über die Arbeiten an diesem Album, den anschließenden Höhenflug, den Tod Freddie Mercurys und den Status Quo von heute. Dabei geht sie höchst akribisch vor, berücksichtigt den zeithistorischen Kontext ebenso wie die internen Entwicklungen und führt den Leser somit ganz tief hinein ins Epizentrum der Band. Wir sind mittendrin, als Queen und Management in Risiko gehen, tief in die Taschen greifen und 500.000 US-Dollar für die Produktion investieren. Kein Album zuvor hat je so viel Geld gekostet. Wir begleiten die Band in die Studios, wo sie allein für die Choräle zu „Bohemian Rhapsody“ 120 Tonspuren einsingen. Ganze 84 Stunden dauert das und wurde in fünf verschiedenen Tonstudios in Großbritannien vorgenommen.
Der Quantensprung von Queen
Mit einer Mischung aus Hintergrundinfos, musikwissenschaftlicher Analyse und angemessener Emotionalität gelingt es Gaar, den Wahnsinn dieser Platte begreifbar zu machen und auch den Nichtzeitzeugen zugänglich zu machen, welch Quantensprung hier vollzogen wurde. Und auch, welch schmalen Grat Queen gewählt haben. Denn der monströse Pomp und die künstlerische Vielseitigkeit trugen immer das Risiko mit sich, verkannt und abgelehnt zu werden. Die vielen Anekdoten und zahlreichen unveröffentlichten Fotos machen dieses Buch zu einer kurzweiligen und lehrreichen Lektüre. Auch für Nicht-Fans von Queen.
Gillian G. Gaar: „50 Jahre Queen & A Night At The Opera“ Hannibal Verlag, übersetzt von Alan Tepper, Hardcover, 176 Seiten, 978-3-85445-804-3, 33 Euro. (Beitragsbild: Buchcover)





