
Stina Holmquist: Keep My Head Underwater – Song des Tages
26. Juli 2025
Christin Nichols: Unsterblich – Song des Tages
27. Juli 202538 Jahre Bandgeschichte in zwei Stunden: Fury In The Slaughterhouse feiern mit ihren Fans im Hamburger Stadtpark
Text von Gérard Otremba, Fotos von Niko Schmuck
Wie schon die Konzerte von Gianna Nannini und Element Of Crime, war auch der Stadtpark-Open-Air-Auftritt von Fury In The Slaughterhouse bereits seit Wochen ausverkauft. Die längst mit Kultstatus versehene Hannoveraner Band zelebrierte am 25.07.2025 ihren Indie-Rock mit Mainstream-Appeal vor 4000 begeisterten Fans, ein positiver Nostalgie-Faktor blieb dabei nicht aus. Der Abend begann bereits um 18.50 Uhr mit einem beherzten, 35 Minuten dauernden Support-Gig von Lokalmatador Michèl von Wussow und seiner dreiköpfigen Band, bevor Fury In The Slaughterhouse unter lautem Jubel eine Stunde später die Bühne der Stadtpark-Open-Air-Arena betraten.
Fury In The Slaughterhouse im Jahr 1993
Sänger Kai Wingenfelder, Gitarrist Thorsten Wingenfelder (beide in Hamburg geboren), Gitarrist Christof Stein-Schneider, Bassist Christian Decker, Gero Drnek an Keyboard, Gitarre, Mandoline und Akkordeon sowie Schlagzeuger Rainer Schumann boten in den folgenden 120 Minuten ein buntes Potpourri der nunmehr 38-jährigen Fury-Karriere. Und vermissten den Regen. Kai Wingenfelder erinnerte sich an zwei Auftritte im Stadtpark aus dem Jahr 1993, eins bei Blitz und Donner, eins unter Dauerregen – und einige der anwesenden Besucher waren, wenig überraschend, auch damals schon dabei. Trotz dunkler Wolken über Hamburg blieb es diesmal aber trocken. Von Beginn waren die Furys on fire, pardon, „On Alarm“ und holten ihre Fans sofort ab. Songs aus den von Sounds & Books besprochenen Alben „Now“ und „Hope“ („Letter To Myself“, „Better Times Will Come“) waren danach die treibenden Warmmacher, bevor „Milk And Honey“ die Menge wieder dreißig Jahre zurück katapultierte.
Kai Wingenfelder mischt sich unter die Fans
Klar, die Furys sind älter geworden, platzieren zwei Sessel und einen mit Bier und Wasser gefüllten Kühlschrank auf der Bühne („Christof, wo ist das Bier? Christof, such das Bier“ hießen die Anweisungen Wingenfelders an seinen Gitarristen Christof Stein-Schneider), haben aber das Herz immer noch auf dem richtigen Fleck. Auf dem Sessel machte es sich Wingenfelder dann beim ganz neuen Song „Sorrowland“ gemütlich, das Fury In The Slaughterhouse in einer dezenten Version mit akustischen Gitarren und Kontrabass vortrugen. Während „Radio Orchid“ bahnte sich Wingenfelder singend den Weg durch die Fans und „Every Generation Got Its Own Disease“, laut Kai Wingenfelder ein immer dann aktueller Song, wenn draußen mal wieder was scheiße ist, dementsprechend seit 30 Jahren aktuell, wartete mit einem Leinwand-Video mit Kriegsbildern und den Trumps, Musks, Weidels dieser Welt auf, dazu Faschisten-Demos sowie Demonstranten mit „Refugees not welcome“-Plakaten. Ein eindringlicher Moment.
Songs zum Mitsingen
Die Furys vergaßen die „Everyday Heroes“ nicht und mit der Mitsinghymne „Won’t Forget These Days“ ging es sowohl in eine winzige Pause hinein als auch wieder heraus, der Fan-Chor in der Reprise des Stücks dann noch lauter. Ähnliches wiederholte sich bei „Time To Wonder“ und zu der ersten der letzten beiden Zugaben („Hello And Goodbye“) kamen noch zwei weibliche Fans in den Genuss einer Einladung auf die Bühne (die Sessel! Aber sie tanzten dann doch lieber) samt Freibier. Wehmütig mit „Seconds To Fall“ endete anschließend das überaus runde Hamburg-Konzert von Fury In The Slaughterhouse. Die Furys und ihre Fans hatten mächtig viel Spaß bei ihrem Hamburg-Auftritt auf der „Fury Live Twenty Five“-Tour.





































