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9. März 2026Foy Vance serviert auf „The Wake“ ruhige, handgemachte Songs zwischen Blues und Folk. Ein Album für leise Momente und lange Gedanken.
von Mia Lada-Klein
Foy Vance veröffentlicht sein siebtes Album „The Wake“. Doch wer hier ein lautes Erwachen erwartet, bekommt stattdessen ein sehr bewusstes Weiterträumen serviert. Der in Nordirland geborene und in Schottland lebende, mit einem Emmy Award ausgezeichnete Singer-Songwriter inszeniert das Werk selbst als Abschluss einer 26 Jahre langen Reise der Selbstfindung. Das klingt nach großer Lebensbilanz, doch musikalisch entscheidet sich Foy Vance erfreulicherweise für das Gegenteil von Drama. Keine große Geste, kein lautes Finale. Eher ein
ruhiges Nicken Richtung Vergangenheit.
Der Algorithmus darf kurz draußen warten
Das Opening „A.I.“ beginnt mit einer kleinen Provokation. Der Titel suggeriert digitale Kälte, doch was folgt, ist das genaue Gegenteil. Bluesige Gitarren, gospelartige Backing Vocals und eine Stimme, die nach staubigen Straßen und alten Geschichten klingt. Künstliche Intelligenz sucht man hier vergeblich. Stattdessen regiert ehrliche Handarbeit. Über neun Minuten dauert der Einstieg und allein diese Länge wirkt wie ein demonstrativ erhobener Mittelfinger Richtung Streaming-Logik.
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