Fotos: Auf zur Illumination! – Albumreview

Fotos: Auf zur Illumination! – Albumreview

Durch Raum und Zeit: Die Hamburger Indie-Band Fotos entdeckt den Space-Rock

Als 2017 „Kids“, das vierte Album der Hamburger Indie-Pop-Rock-Band Fotos erschien, konnte man von einer Art Comeback sprechen. Immerhin vergingen satte sieben Jahre seit dem damaligen Vorgänger „Porzellan“. An diese Zeit knüpft das Quartett insofern wieder an, als Olaf Opal, der bereits 2010 eben für „Porzellan“ mit Fotos zusammengearbeitet hat, für den Mix des Albums gewonnen werden konnte. „Auf zur Illumination!“ entstand während des Lockdowns im kleinen Studio der Neuköllner Wohnung von Sänger, Gitarrist und Songwriter Tom Hessler, bevor er sich mit seinen Kollegen nach Lockerungen der Corona-Maßnahmen Kreuzberger Radio Buellebrueck Studio zusammenfand, um die Aufnahmen zu komplettieren.

Fotos starten die „Silberne Maschine“

Fotos Auf zur Illumination! Cover PIAS

Mit dem Shoegaze-geprägten Album von 2010 hat „Auf zur Illumination!“ indes genauso wenig zu tun, wie mit dem zwischen Synthie-Elektronik- und Indie-Psychedelia-Pop changierenden „Kids“. Die Psychedelia erhält von Tom Hessler, Gitarrist Deniz Erarslan, Bassist Friedrich Weiss und Schlagzeuger Benedikt Schnermann nun wesentlich mehr Raum als zuvor. Psychedelia in Form von minimalistischem Space-Rock, der sich im Opener „Rauschen“ mittels Hesslers Serge Modular Systems Bahn bricht. Es dröhnt also der Synthesizer und pulsiert der Beat, während der Gesang majestätisch im Raum schwebt. Anschließend starten Fotos gar eine „Silberne Maschine“, ein elf Minuten langer Trip, der nichts gemein hat mit Hawkwinds Psychedelic-Space-Rock-Klassiker „Silver Machine“, sondern eine hypnotische Kraft aus mäandernden, fast verspielten Synthie- und Gitarrenklängen speist. The Doors meets Krautrock à la Amon Düül.

Der Space-Rock steht ihnen gut

Die wenigen melodiebeseelten Indie-Pop-Momente wie das von uns als Song des Tages vorgestellte „Das Verlangen“ atmen einen Hauch von Sixties-Psych-Pop. Ohne Refrain und ohne Hooks, aber mit einem galoppierenden Beat versetzt einen „Die Meise“ in Trance und auch der Titeltrack „Auf zur Illumination!“ weiß mit den abgehobenen Pink-Floyd-artigen Schwebesounds zu jonglieren. Textlich wandelt Hessler ebenfalls in psychedelisch gefärbten Gefilden zwischen Unterbewußtsein und kosmischer Größe. Fotos entdecken den Space-Rock. Steht ihnen gut.

„Auf zur Illumination!“ von Fotos erscheint am 26.02.2021 bei PIAS Recordings. (Beitragsbild von Alexander Gehring)

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