
Gérard bloggt erneut zum Berlin-Marathon 2015
6. September 2015
Song des Tages: Those Dancing Days von Fuck Art, Let’s Dance
7. September 2015Herzergreifender, romantischer Indie-Folk-Pop des dänischen Musikers Flemming Borby
von Gérard Otremba
Flemming Borby ist ein dänischer Indie-Folk-Pop-Musiker, der seit einigen Jahren in Berlin lebt und mit Somebody Wrong sein erstes Solo-Album veröffentlicht hat. In den 90ern erlangte Borby mit seiner damaligen Band Greene einen gewissen Bekanntheitsstatus in seiner alten Heimat, bevor er mit der Formation Labrador vier Alben folgen ließ und durch Europa, die USA und Japan tourte. Auf Somebody Wrong versammeln sich acht neue, in Austin, Texas, und Berlin aufgenommene Songs, die Borbys Liebe zu Harmonien und Melodien unterstreichen. Flemming Borby zählt Scott Walker und Burt Bacharach zu seinen musikalischen Favoriten und deren untrügliches Gespür für fein ziselierte Arrangements sind auch dem dänischen Berliner eigen. Allein das Vintage-Cover von Somebody Wrong buhlt um Aufmerksamkeit und verdient einen Designer-Preis. Ganz ähnlich verhält es sich mit den Songs auf diesem Album. Zusammen mit Jon Sanchez (Gitarre, Orgel), Andrew Pressman (Bass), Mike Meadows (Schlagzeug) und diversen Gästen wie Martin Wenk (Calexico) an der Trompete, spielte Borby Songs ein, die zwischen Indie-Folk und Americana changieren, sehnsüchtig und romantisch.
Zeitlose, sich an den Sixties und Seventies orientierende Stücke, meistens im angenehmen Midtempo-Flow gehalten, wehmütig wie in „The Famous Part“, in klassischer Singer-Songwriter-Manier bei „Mud And Mould“, mit hymnischer Trompete beim ohrwurmtauglichen Titelsong „Somebody Wrong“, intim und sensibel in „It Hurt Me So“ (Pedal Steel!) und überschwänglich in „I Heard The Wind Blow“, eine perfekte, potentielle Single, die in einer gerechten Welt Millionen von Hörern erreichen müsste, bei Sounds & Books läuft der Song in heavy rotation. Ergreifend und dramatisch wird Flemming Borby in „Ended Over Nothing“ und wie ein waidwunder Nikki Sudden klingt er in „It’s Alright“, perfekt von Orgel, Pedal Steel und allen anderen Instrumenten in Szene gesetzt, ein weiteres Highlight von Somebody Wrong. Da wird einem das Herz schon mächtig schwer und mit der anschließenden, verträumten Ballade „Me And You And The Moon“ nicht minder. Flemming Borby beweist mit Somebody Wrong die hohe Kunst des Songwritings, wie sie ein Robert Forster so meisterlich beherrscht, und bringt die Gefühlswelt in Aufruhr. Sehr empfehlenswert.
„Somebody Wrong“ von Flemming Borby ist am 04.09.2015 bei Divine Records / R.D.S / Rough Trade erschienen.
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