FC St. Pauli und die neue Saison 2014/15

FC St. Pauli und die neue Saison 2014/15

Der FC St. Pauli vor dem Start zur 2. Fußball-Bundesliga

von Gérard Otremba (Beitragsfoto: Logo FC St. Pauli)

Letzte Woche Samstag kurz vor 15 Uhr erklangen sie wieder, die „Hells Bells“ von AC/DC. Beim letzten wichtigen Vorbereitungstest gegen Celtic Glasgow ertönte nicht nur die traditionelle Eingangshymne, sondern nach 39 Minuten auch der mitreißende „Song 2“ von Blur, nachdem Christopher Nöthe den 1:0-Siegtreffer erzielte. Die „Hells Bells“ werden die FC St. Pauli-Fans im Ligabetrieb siebzehn Mal zu hören bekommen, den „Song 2“ hoffentlich wesentlich öfter.

Rückblick und Ausblick

Bis Anfang April konnten die Kiezkicker zumindest noch auf Platz 3 und somit auf die Relegationsspiele zur Bundesliga hoffen. Doch nur zwei Punkte aus den restlichen fünf Spielen sowie die erschreckende Heimbilanz von nur fünf Saisonsiegen am Millerntor verhinderten den Relegationsplatz und das Aufeinandertreffen mit dem HSV. An Ende schloss der FC St Pauli die Saison 2013/14 mit einer negativen Tordifferenz von -5 und dem achten Tabellenplatz ab. Um auch in der neuen Runde wieder vorne mit angreifen zu können, sollte die Mannschaft von Trainer Roland Vrabec sowohl den „Heimkomplex“ überwinden, als auch die Tordifferenz ins Positive kehren. Mit Fin Bartels verließ lediglich ein wichtiger Stammspieler den Kultclub von der Reeperbahn, mit Fabian Boll verabschiedete sich eine langjährige Spieler-Ikone aus der Profiabteilung des Vereins. So wichtig Bartels als Offensivkraft war, so bedeutend natürlich Boll als Identifikationsfigur. Beide Verluste müssen kompensiert werden, wobei ein Eins-zu-Eins-Ersatz nicht möglich ist, aber über die mannschaftliche Geschlossenheit erreicht werden könnte.

Die Neuen und das Spielsystem

Die externen Neuzugänge Daniel Buballa, Michael Görlitz und der auf Pauli bereits bekannte Lasse Sobiech scheinen sich sofort ihren Stammplatz für die Startformation erkämpft zu haben. Mit Sebastian Schachten, dem neuen Kapitän Sören Gonther und eben Sobiech und Buballa verfügt die neuformierte Pauli-Abwehr über die Dynamik, körperliche Robustheit und spielerischen Mittel, die gegnerischen Angreifer vom von Philipp Tschauner gehüteten Tor fernzuhalten. Im neuen 4-4-2-System sind die Positionen im Sturm an Nöthe und John Verhoek vergeben, ein weiterer Angreifer könnte eventuell bis zum Ende der Transferperiode am 31.08. noch zum Pauli-Kader stoßen. Vorausgesetzt alle Spieler sind verletzungsfrei und fit, hat Coach Vrabec im Mittelfeld durchaus die Qual der Wahl. Christopher Buchtmann und Görlitz sind wohl erst mal gesetzt, mit Kalla, Maier, Trybull, Daube, Rzatkowski, Bahn, Kringe und Kurt wetteifern acht Akteure um die verbliebenen zwei Plätze.

Die Prognose

Die Zweitligasaison 2014/15 schient eine spannende und ausgeglichene zu werden. Zu den Favoriten zählen sicherlich die beiden Bundesligaabsteiger aus Nürnberg und Braunschweig. Jedoch werden auch Fortuna Düsseldorf, die SpVgg Greuther Fürth, der 1. FC Kaiserslautern, der mit dem australischen WM-Teilnehmer Mathew Leckie verstärkte FC Ingolstadt, die Sechziger aus München und die Konzernemporkömmlinge aus Leipzig ein gewichtiges Wort um den Aufstieg mitreden. Und klein beigeben werden die Teams aus Berlin, Karlsruhe, Bochum, Aalen, Sandhausen, Aue, Heidenheim, Frankfurt und Darmstadt sicher auch nicht. Gegen den seit 13 Punktspielen auswärts ungeschlagenen FC Ingolstadt reist zum morgigen Eröffnungsspiel ein mehr als unbequemer Gast an das Millerntor. Gelingt den Pauli-Boys ein Auftakterfolg, der die letztjährige Heimkomplexdebatte beenden könnte, dann könnten sie sich in der Spitzengruppe einnisten. Ein Aufstieg ist eher unwahrscheinlich, eine Platzierung zwischen vier und zehn realistisch, eine Verbesserung zum Vorjahr wünschenswert.

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