Everything But The Girl: The Best Of

Everything But The Girl Best Of Artwork

Von heute bis früher: Fast 45 Jahre nach ihrer Gründung präsentieren Everything But The Girl eine stimmungsvolle Best of, die ihre Geschichte rückwärts erzählt.

von Sebastian Meißner

Wenn Tracey Thorn und Ben Watt ein „Best of“ ankündigen, darf man getrost davon ausgehen, dass das keine lieblos zusammengeschusterte Pflichtübung wird. „The Best Of Everything But The Girl“ ist vielmehr ein Streifzug durch vier Jahrzehnte britischer Pop-Feinkost – und, ganz im Sinne der Band, eine musikalische Zeitreise in umgekehrter Richtung. „Wir wollten eine Platte, die erst mit den Banger-Tracks loslegt und am Ende bei den ruhigen Songs ankommt“, sagt Thorn. Watt ergänzt: „So läuft das Album quasi rückwärts durch unsere Geschichte – von der Clubszene zurück ins

Schlafzimmer.“ Genau das tut es: von den elektronisch pulsierenden Beats der 90er und 2000er bis zu den fein ziselierten Balladen aus der Frühzeit, die auch 40 Jahre später noch nachhallen.

Von der Tanzfläche ins Herz

Los geht’s mit den Songs, die Everything But The Girl Mitte der 90er endgültig unsterblich machten. Der Todd-Terry-Remix von „Missing“ (ursprünglich 1994 auf „Amplified Heart“) darf natürlich nicht fehlen – jenes Stück, das House und Herzschmerz so perfekt verband, dass es weltweit Clubgänger und Sofa-Hörer gleichermaßen in seinen Bann zog. Dicht darauf folgt „Walking Wounded“, der Titelsong des gleichnamigen Albums von 1996: ein Meisterwerk aus Drum’n’Bass, Melancholie und Thorns kristallklarer Stimme. Und wenn „Single“ (ebenfalls von „Walking Wounded“) einsetzt, erkennt man, wie souverän das Duo damals die elektronische Musik für sich neu erfand – nie aufdringlich, stets geschmackvoll, immer mit Seel…

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