Elvis Costello: Hey Clockface – Albumreview

Elvis Costello: Hey Clockface – Albumreview

Ein disparates Elvis-Costello-Album mit traumhaft schönen Balladen und ein paar experimentellen Songs

Zwei Jahre nach dem mit seiner Begleitband The Imposters aufgenommenen  und auch bei Sounds & Books besprochenen Album „Look Now“ meldet sich Elvis Costello zurück. Der britische Songwriter hat sein neues Album in Helsinki, Paris und New York aufgenommen. An seiner Seite fanden sich die Musiker Steve Nieve (Klavier, Orgel, Mellotron und Melodica), Renaud-Gabriel Pion (Klarinette, Kontrabassklarinette), Pierre-François „Titi“ Diufour (Cello), Mickaël Gasche (Trompete, Flügelhorn und Serpent) und Ajuq (Schlagzeug), sowie bei den New Yorker Sessions die Gitarristen Bill Frisell, Nels Cline (Wilco) und der Arrangeur und Multiinstrumentalist Michael Leonhart.

Elvis Costello zwischen Underground-Attitüde und traurigen Balladen

Elvis Costello Hey Clockface Cover Concord Records

„Ich wollte, dass die Platte lebendig ist, egal ob die Songs laut und zackig oder intim und schön gespielt wurden“, sagt Elvis Costello über „Hey Clockface“. An Lebendigkeit oder Abwechslung mangelt es auf dem Werk des 1954 in London geborenen Musikers wahrlich nicht. So richtig laut und zackig wird es allerdings nur im als Vorabtrack veröffentlichten „No Flag“, das mit seiner Underground-Attitüde herausragt. Die aufgeladene HipHop-Nummer „Hatty O’Hara Confidential“ indes gehört nicht zu den Sternstunden Costellos. Das düster-bedrohliche „Newspaper Lane“ und das verstörende „We Are All Cowards Now“ zeigen Costello hingegen wieder auf der Höhe seiner Songwriterkunst. Einige balladeske Stücke gehören zu den Highlights von „Hey Clockface“. Das unendlich traurige „I Do (Zula’s Song)“, das pianobetonte „The Whirlwind“, das poetische „The Last Confession Of Vivian Whip“ sowie der sentimentale Abschlusstrack „Byline“ sind charmant und berührend.

Costello rettet die Liebe

Das nostalgische und jazzig angehauchte „I Can’t Say Her Name“ hätte auch von Paul McCartney für das „White Album“ der Beatles stammen können, während Elvis Costello in der Varieté-Nummer  „Hey Clockface / How Can You Face Me“ Randy Newman evoziert. Insgesamt ein disparates Album mit einigen traumhaft schönen und einigen experimentellen Songs, das mit arabischen Klängen und Costellos Beschwörungszeile „Love is the one thing we can save“ („Revolution #49“) beginnt. Mit Elvis Costello muss man einfach immer rechnen.

„Hey Clockface“ von Elvis Costello erscheint am 30.10.2020 bei Concord Records / Universal Music. (Beitragsbild von Ray Di Pietro)     

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