Eels: Extreme Witchcraft – Albumreview

Eels: Extreme Witchcraft – Albumreview

Nach zwei Jahrzehnten wieder eine mustergültige Zusammenarbeit zwischen Eels-Mastermind Mark Everett und John Parish

20 Jahre nach ihrer letzten Kooperation haben sich Mark Oliver Everett und Produzent und Gitarrist John Parish wieder zu einer gemeinsamen Albumarbeit zusammengefunden. Eine Nachricht von Regisseur Mark Romanek, der den Video-Clip zu „Novocaine For The Soul“, der ersten Single des Eels-Debüts „Beautiful Freak“ drehte, gab den Ausschlag. Der hörte zu Beginn des letzten Jahres das Eels-Album „Souljacker“ – besagte Zusammenarbeit mit Parish aus dem Jahr 2001 – rauf und runter, Grund genug für Eels-Mastermind Everett, mal wieder in Kontakt zum alten Kumpel Parish zu treten.

Die Eels-Magie

Eels Extreme Witchcraft Cover E-Works

Pandemiebedingt werkelten die beiden in ihren unterschiedlichen Heimatstädten – Everett in Los Angeles, Parish in Bristol – an der Platte und tauschten Ideen und Aufnahmen via Mail aus. Das Ergebnis heißt „Extreme Witchcraft“, ist das 14. Eels-Album seit 1996 und folgt dem 2020 veröffentlichten und von uns an dieser Stelle rezensierten „Earth To Dora“. Von übertriebener Hexerei kann zwar keine Rede sein, aber die zwölf neuen Songs entwickeln mal wieder die ganz eigene Eels-Magie. Getrieben von aufgestachelten Fuzz-Gitarren und einem lebendig-dynamischen Schlagzeugspiel glänzten bereits die Singles „Good Night On Earth“ und „The Magic“. Eels zwischen Blues- und Psychedelic-Rock und wenn man möchte, quetscht man auch noch die aufgekratzten T.Rex dazwischen. Diese überbordende Energie findet sich auch an anderen Stellen von „Extreme Witchcraft“ wieder.

Narrenfreiheit

Der aufgekratzte Opener „Amateur Hour“ changiert zwischen The Who und Elvis Costello und der Closer „I Know You’re Right“ überführt die Dynamik in eine fast schon aufreizende, aber irgendwie fiese Lässigkeit. Dem gegenüber steht das rohe wie atemlose „Better Living Through Desperation“, der geschüttelt-rasselnde Blues „Steam Engine“ und das Wilco-artige, orgelgeprägte „Stumbling Bee“. Völlig aus der Haut fährt Everett im geschrienen Refrain von „What It Isn’t“, das wie ein vergessener Song aus dem „White Album“ der Beatles wirkt. Er sei ein „goddam fool“, gibt Mark Everett in der letzten Zeile von „I Know You’re Right“ zu. Seine Narrenfreiheit lebt er auf „Extreme Witchcraft“ in vollen Zügen aus.

„Extreme Witchcraft“ von Eels erscheint am 28.01.2022 bei E-Works / PIAS. (Beitragsbild von Gus Black)  

Erhältlich bei unserem Partner:

Unterstützen Sie Sounds & Books

Auch hinter einem Online-Magazin steckt journalistische Arbeit. Diese bieten wir bei Sounds & Books nach wie vor kostenfrei an.
Um den Zustand zukünftig ebenfalls gewährleisten zu können, bitten wir unsere Leserinnen und Leser um finanzielle Unterstützung.

Wenn Sie unsere Artikel gerne lesen, würden wir uns über einen regelmäßigen Beitrag sehr freuen.

Spenden Sie direkt über PayPal oder via Überweisung.

Herzlichen Dank!

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Kommentar schreiben