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10. Juni 2026Nach ihrem Debütalbum „I Will Not Be Like That“ legt Ea Othilde nun mit der EP „You’ll Leave The City“ nach. Zwar erreicht sie nicht ganz die Klasse des Debüts, doch ihre besonderen Eigenheiten sind auch hier deutlich hörbar.
von Mia Lada-Klein
Erst am 3. Oktober veröffentlichte Ea Othilde ihr Debütalbum „I Will Not Be Like That“, jetzt legt sie bereits mit der EP „You’ll Leave The City“ nach. Fünf Songs umfasst das neue Werk und bereits nach den ersten Sekunden wird klar: Wer den Sound des Debüts mochte, wird sich auch hier schnell zuhause fühlen.
Der Opener „City Of Love“ schlägt direkt die bekannte Richtung ein. Dieser leicht raue, an PJ Harvey erinnernde Alternative-Rock-Ansatz ist weiterhin präsent, eingebettet in eine angenehm verschwommene Shoegaze-Atmosphäre. Vielleicht bin ich nach dem starken Debüt tatsächlich voreingenommen, aber Ea Othilde schafft es auch diesmal wieder, mich mit ihrer Mischung aus Melancholie, rauen Gitarren und diesen kleinen, unerwarteten Details einzufangen.
Kleine Extras mit großer Wirkung
Mit „I Forgot You“ wird das Klangbild etwas breiter. Neben Rock und Shoegaze schimmern sogar dezente Grunge-Anleihen durch. Nichts Dominantes, eher ein unterschwelliger Charakterzug. Noch zurückhaltender wird es anschließend bei „Room #21“. Ein paar sparsame Gitarren, viel Raum und natürlich die Stimme von Ea Othilde, die hier besonders eindringlich wirkt. In der Mitte legt Ea Othilde ihre Stimme doppelt übereinander. Solche kleinen Kniffe streut sie immer wieder ein. Nichts Großes, nichts Aufdringliches, aber eben doch präsent. Und ja, sie fallen auf. Ähnliche Momente hatte ich bereits beim Debüt hervorgehoben. Ea Othilde hat ein Händchen dafür, ihren Songs hier und da eine unerwartete Wendung mitzugeben.
Der unverwechselbare Ea-Othilde-Sound
Auch „Florence“ bewegt sich zunächst auf ruhigem Terrain. Eine verzerrte Gitarre eröffnet den Song, bevor sich das Stück langsam entfaltet. Der Gesang klingt zeitweise wie durch einen Filter gejagt, die Musik wird kantiger, während Gitarrenflächen im Hintergrund nachhallen und wabern. Wieder so ein kleines Extra, das auch hier auffällt.
Ganz zum Schluss folgt mit „It Only Makes Me Bitter“ der Abschlusstrack der EP. Ein ruhiger Song, getragen von Ea Othildes Stimme, die hier tatsächlich erstaunlich zärtlich um die Ecke biegt.
Zugegeben: Ganz an die Klasse von „I Will Not Be Like That“ reicht „You’ll Leave the City“ für mich nicht heran. Trotzdem trägt die EP unverkennbar die Handschrift ihrer Schöpferin. Ein wenig PJ Harvey, eine Prise Shoegaze, melancholische Grundstimmung und niemals übertriebene Lautstärke. Wer Gitarren mit Charakter und Melancholie mit Haltung mag, dürfte hier sehr glücklich werden.
Ea Othilde veröffentlicht „You’ll Leave The City“ am 12. Juni 2026 via Koke Plate. (Beitragsbild von Hans Olav Settem)





